Steuern: Der Fiskus will mit Google nicht angemeldete Gebäude und Schwimmbäder aufspüren

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Mit Hilfe von Google will das Finanzministerium eine Software entwickeln, die nicht angemeldete Gebäude und Schwimmbäder automatisch erkennt. Dieses neue Computersystem wird bald Satellitenfotos von ganz Frankreich scannen, um Steuerhinterzieher aufzuspüren.

Google, selbst Wiederholungstäter in Sachen Steuerverkürzung, hat sich nun verpflichtet, den französischen Steuerbehörden bei der Aufdeckung von Betrügern zu helfen. Wie Le Canard Enchaîné am Mittwoch, dem 11. August, berichtete, bereitet das Finanzministerium den Start seines Projekts “Foncier innovant” vor, das im März als “neues Instrument, das den Landvermessern helfen soll, steuerlich relevante Elemente zu erkennen”, vorgestellt wurde.

Wenn Sie einen Anbau an Ihr Haus vorgenommen haben (Schwimmbad, Veranda, Garage usw.), ohne diesen anzumelden, sollten Sie auf Google Maps nachsehen, ob er sichtbar ist. Dies ist die Methode, die die Steuerbehörden bald zur automatischen Aufdeckung von Betrug anwenden werden.

“Konkret ermöglichen es die Algorithmen, die Umrisse von Schwimmbädern und Gebäuden aus öffentlichen Luftbildern zu extrahieren. Ein Computerprozess prüft dann, ob die so ermittelten Pools und Gebäude korrekt besteuert werden”, erklärt die Generaldirektion der öffentlichen Finanzen (DGFiP) gegenüber dem Sender BFMTV.

Das Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Konjunktur wendet sich auch an den Internetriesen Google für die “Bereitstellung von Cloud-Infrastruktur und Hosting” sowie “für die Entwicklungsdienste von Modellen der künstlichen Intelligenz”.

Das System befindet sich derzeit in der Testphase. Die Mitarbeiter des Nationalen Katasteramtes (SDNC) kennzeichnen tausend Parzellen, bei denen die Software einen Unterschied zwischen den Angaben und dem Satellitenfoto festgestellt hat.

Bevor die Software jedoch landesweit eingesetzt wird, führen Mitarbeiter des nationalen Dienstes für Grundbuchdokumentation (SDNC) derzeit eine Testphase in einigen Departements durch (darunter Bouches-du-Rhône und Vendée). Schließlich könnte die Steuerbehörde das System ausweiten, denn es steht viel auf dem Spiel: In Frankreich gibt es fast 3 Millionen Schwimmbäder, für die Steuern erhoben werden können.


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