Der heilige Monat Ramadan, eine der bedeutendsten Zeiten im islamischen Kalender, geht für die Muslime in Frankreich am Sonntag, den 30. März 2025, zu Ende. Diese Ankündigung stammt von der Grande Mosquée de Paris, die am Samstag in Abstimmung mit mehreren nationalen muslimischen Verbänden die Sichtung der neuen Mondsichel bestätigte – das traditionelle Zeichen für das Ende des Fastens.
Damit fällt das Fest des Fastenbrechens, das sogenannte Aïd el-Fitr, ebenfalls auf diesen Sonntag. Ein Tag voller Freude, Gemeinschaft und Gebet steht bevor – und er bringt auch organisatorisch eine kleine Herausforderung mit sich: In der Nacht von Samstag auf Sonntag erfolgt die Zeitumstellung auf Sommerzeit. Heißt konkret: Um 2 Uhr wird die Uhr eine Stunde vorgestellt. Wer also die Morgengebete nicht verpassen will, sollte den Wecker entsprechend stellen – sonst ist das Frühstück vorbei, bevor man den ersten Bissen nehmen kann.
Ramadan – mehr als nur Fasten
Für viele ist der Ramadan vor allem durch das tägliche Fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang bekannt. Doch er bedeutet weit mehr: spirituelle Reinigung, innere Einkehr, Solidarität mit Bedürftigen und ein intensives Gemeinschaftsgefühl. In Moscheen und Wohnzimmern wird gemeinsam gebetet, gegessen und reflektiert. Die Familien rücken enger zusammen – auch emotional.
Weltweit fasten rund 1,5 Milliarden Menschen in diesem Monat. Das Datum variiert von Jahr zu Jahr, weil sich der islamische Kalender am Mond orientiert. Dadurch wandert der Ramadan durch alle Jahreszeiten: Während er 2010 noch im August lag, fiel er im Jahr 2000 in den Dezember. Dieser „wandernde Charakter“ bringt mal lange Fastentage im Sommer, mal kürzere im Winter mit sich – je nachdem, wo auf der Welt man lebt.
Ein Fest des Lichts nach dem Fasten
Das Ende des Ramadan markiert den Beginn des Aïd el-Fitr, einer der beiden großen islamischen Feiertage. Es ist ein Tag der Freude, des Miteinanders und der Großzügigkeit. Viele Muslime besuchen die Moschee zum gemeinsamen Gebet, tragen festliche Kleidung und bereiten opulente Mahlzeiten vor. Geschenke für Kinder, Spenden für Bedürftige und ein offenes Herz gehören zum Tag genauso wie das Lächeln auf den Gesichtern der Menschen.
Ein kleines Detail, das große Wirkung hat: Traditionell beginnt der Festtag mit der sogenannten „Zakat al-Fitr“, einer Abgabe, die vor dem Gebet entrichtet wird – als Symbol der Dankbarkeit und um auch den weniger Begüterten ein festliches Mahl zu ermöglichen.
Zeitsprung inklusive
Ein ungewöhnlicher Zufall sorgt dieses Jahr für eine besondere Note: Die Zeitumstellung fällt genau in die Nacht vor dem Aïd. Das bedeutet nicht nur eine Stunde weniger Schlaf, sondern auch eine zusätzliche Koordination beim Timing der Gebete und Feierlichkeiten. Wer da nicht aufmerksam ist, steht womöglich eine Stunde zu früh auf dem Gebetsteppich – oder zu spät beim Familienbrunch.
Klingt banal? Nicht für jene, die mitten in der Nacht aufstehen, um sich spirituell auf diesen besonderen Tag vorzubereiten. Aber mal ehrlich – wann hat ein Feiertag schon mal mit einem Zeitsprung begonnen?
Ein Fest für alle Sinne
Während des Aïd el-Fitr duften die Straßen vieler Viertel in französischen Städten nach frischem Gebäck, süßem Tee und würzigen Speisen. Der Tag ist ein Fest für alle Sinne – von den bunten Kleidern bis zu den kunstvoll gedeckten Tischen. Die Freude ist ansteckend, selbst für Außenstehende. Und für viele Muslime in der Diaspora ist es auch ein Moment des Nach-Hause-Kommens – zumindest im Herzen.
Denn egal, wo man lebt: Der Ramadan verbindet über Ländergrenzen hinweg. Er erinnert daran, wie viel Kraft in Disziplin, wie viel Wärme in Gemeinschaft und wie viel Hoffnung in Glauben steckt.
Von C. Hatty
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