303 – Beginn der Christenverfolgungen im Römischen Reich
Unter Kaiser Diokletian beginnt die letzte und schwerste Christenverfolgung. Kirchen werden zerstört, Schriften verbrannt, Gläubige verfolgt. Das Edikt markiert einen Wendepunkt: Wenige Jahrzehnte später steigt das Christentum unter Konstantin der Große zur bevorzugten Religion des Reiches auf. Aus Verfolgten formt sich eine Staatskirche – ein historischer Rollenwechsel, der Europas religiöse Prägung bis heute bestimmt.
1525 – Schlacht bei Pavia
Im italienischen Krieg besiegt das Heer von Kaiser Karl V. die Truppen des französischen Königs Franz I.. Franz gerät in Gefangenschaft. Europa hält kurz den Atem an. Der Konflikt zwischen Habsburg und Valois prägt die Machtbalance des Kontinents – ein früher Vorläufer jener Rivalitäten, die Europa noch Jahrhunderte beschäftigen.
Ein königlicher Gefangener – das passiert nicht alle Tage.
1848 – Revolution in Frankreich, Ausrufung der Zweiten Republik
Nach Protesten in Paris dankt König Louis-Philippe I. ab. Die Zweite Republik entsteht. Politische Beteiligung breitet sich aus, das allgemeine Männerwahlrecht folgt. Europa gerät im Revolutionsjahr 1848 insgesamt in Bewegung – von Wien bis Berlin. Der Ruf nach Mitbestimmung klingt bis heute nach, wenn Menschen demokratische Rechte einfordern.
1920 – Gründung der NSDAP
In München benennt sich die Deutsche Arbeiterpartei in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei um. Wenige Jahre später übernimmt Adolf Hitler die Führung. Was an diesem Februartag organisatorisch wirkt, entwickelt zerstörerische Dynamik mit globalen Folgen. Der 24. Februar steht somit auch für die Frühphase einer Ideologie, deren Verbrechen bis heute politische Kultur und Erinnerungspolitik prägen.
1946 – Juan Perón gewinnt Präsidentschaftswahl in Argentinien
Juan Domingo Perón siegt bei der Wahl in Argentinien. Der Peronismus entsteht – eine politische Bewegung zwischen Sozialreformen, Nationalismus und Personenkult. In Lateinamerika bleibt er bis heute politischer Bezugspunkt. Politik als Mythos, als Erzählung vom starken Mann – ein Muster, das sich weltweit beobachten lässt.
1989 – Fatwa gegen Salman Rushdie
Der iranische Revolutionsführer Ruhollah Chomeini ruft zur Tötung des Schriftstellers Salman Rushdie auf – wegen dessen Romans Die satanischen Verse. Literatur gerät ins Zentrum geopolitischer Spannungen. Fragen nach Meinungsfreiheit, religiöser Sensibilität und Sicherheit begleiten die internationale Debatte bis in die Gegenwart. Worte besitzen Macht – manchmal lebensgefährliche.
2022 – Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine
Am frühen Morgen überschreiten russische Truppen die Grenze zur Ukraine. Präsident Wladimir Putin ordnet den Angriff an. Der Krieg erschüttert die europäische Sicherheitsordnung. Sanktionen, Energiekrise, militärische Aufrüstung – Europa definiert seine Rolle neu. Die Diskussion über Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Verantwortung erhält neue Dringlichkeit. Geschichte klopft eben nicht leise an.
🇫🇷 Frankreich am 24. Februar
1525 – Gefangennahme Franz I. in Pavia
Für Frankreich bedeutet die Schlacht bei Pavia einen Schock. König Franz I. schreibt aus der Gefangenschaft den berühmten Satz: „Alles ist verloren, außer der Ehre.“ Dieser Moment brennt sich ins nationale Gedächtnis ein. Die Rivalität mit den Habsburgern strukturiert die französische Außenpolitik über Jahrzehnte.
1848 – Ende der Julimonarchie
Die Abdankung von Louis-Philippe I. führt direkt zur Zweiten Republik. In Paris errichten Bürger Barrikaden. Arbeiter fordern soziale Rechte. Die politische Landschaft Frankreichs verschiebt sich nachhaltig. Republikanische Traditionen gewinnen an Gewicht – ein Fundament, auf dem die heutige Fünfte Republik aufbaut.
Revolution liegt den Franzosen im Blut, heißt es gern – ein bisschen Klischee, aber ein Körnchen Wahrheit steckt drin.
1873 – Geburt von Enrico Caruso
Zwar in Italien geboren, doch mit enger Verbindung zur Pariser Oper: Enrico Caruso, einer der berühmtesten Tenöre seiner Zeit. Paris bildet im 19. Jahrhundert ein kulturelles Zentrum Europas. Musik, Literatur, Malerei – die Stadt wirkt wie ein Magnet für Talente. Diese kulturelle Strahlkraft prägt Frankreichs Selbstverständnis bis heute.
1916 – Beginn der Schlacht um Verdun (Vorbereitungsphase)
Zwar startet die eigentliche Offensive am 21. Februar, doch am 24. Februar intensivieren sich die Kämpfe rund um Verdun dramatisch. Verdun entwickelt sich zum Symbol französischer Standhaftigkeit. „Ils ne passeront pas“ – sie kommen nicht durch. Der Erste Weltkrieg hinterlässt tiefe Narben im kollektiven Gedächtnis. Gedenkfeiern und Denkmäler erinnern bis heute an die Opfer.
1960 – Erste französische Atombombentests (Folgephase)
Nach dem ersten Test am 13. Februar in der algerischen Sahara setzt Frankreich sein Atomprogramm fort. Präsident Charles de Gaulle verfolgt das Ziel strategischer Unabhängigkeit. Die „force de frappe“ entsteht. Frankreich positioniert sich als eigenständige Nuklearmacht – ein Aspekt, der bis heute die sicherheitspolitische Rolle des Landes in Europa prägt.
Ein Datum, viele Linien in die Gegenwart
Der 24. Februar bündelt Machtkämpfe, Revolutionen, kulturelle Impulse und geopolitische Erschütterungen. Vom römischen Edikt bis zum modernen Krieg in Europa spannt sich ein weiter Bogen.
Was zeigt dieser Tag? Geschichte kennt keine isolierten Momente. Entscheidungen eines Kaisers, eines Königs oder eines Präsidenten entfalten Wirkung über Generationen hinweg. Manchmal merkt man’s sofort, manchmal erst Jahrzehnte später – und manchmal trifft es die Welt wie ein Paukenschlag.
Der 24. Februar wirkt deshalb wie ein Brennglas: Er zeigt, wie eng Religion, Macht, Ideologie und Freiheitsstreben miteinander verwoben sind. Und er erinnert daran, dass Gegenwart stets auf dem Fundament vergangener Tage steht.
Oder anders gesagt: Geschichte schläft nie. Sie wartet nur auf das nächste Datum.
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