Wer am Donnerstag und Freitag Richtung Atlantik, Mittelmeer oder Alpen unterwegs ist, braucht starke Nerven — und vermutlich reichlich Kaffee im Becherhalter. Der französische Verkehrsdienst Bison Futé rechnet zum Start des verlängerten Wochenendes rund um den 8. Mai mit „sehr schwierigen“ Verkehrsbedingungen auf zahlreichen Hauptachsen des Landes. Besonders betroffen: die klassischen Urlaubsrouten, die sich Jahr für Jahr wie eine überfüllte Schlagader durch Frankreich ziehen.
Vor allem in Richtung Atlantikküste, zur Mittelmeerküste sowie in die Region Auvergne-Rhône-Alpes erwarten die Behörden dichten Verkehr und kilometerlange Staus. Auch an den Grenzen im Nordosten Frankreichs drohen Verzögerungen. Wer an solchen Tagen fährt, kennt das Ritual: erst stockender Verkehr, dann Stop-and-go — irgendwann steht alles still wie festgegossen.
Besonders angespannt präsentiert sich die Situation rund um Paris. In der Île-de-France soll sich der Verkehr bereits gegen Mittag verdichten. Vor allem auf den Autobahnen A6 und A10 rechnen Experten mit langen Rückstaus vor den Mautstationen. Pendlerverkehr und Ferienreisende treffen dort am Nachmittag frontal aufeinander. Ein Cocktail, der erfahrungsgemäß wenig Freude bereitet.
Und ja — das zieht sich.
Der Freitag bleibt problematisch. In der Region Auvergne-Rhône-Alpes warnen die Behörden vor erheblichen Behinderungen auf der A7 und der A46. Selbst der Zugang zum Mont-Blanc-Tunnel dürfte zeitweise überlastet sein. Gerade die A7 gilt in Frankreich fast schon als Synonym für Ferienstaus. Wer dort im falschen Moment unterwegs ist, verliert schnell Stunden zwischen Betonleitplanken und überhitzten Motoren.
Der Sonntag bringt schließlich die Rückreisewelle. Bison Futé stuft den Tag in Fahrtrichtung der Rückkehrer orange ein. Ab dem frühen Nachmittag bis in die Abendstunden hinein rechnen die Experten erneut mit stockendem Verkehr. Besonders auf den großen Nord-Süd-Verbindungen dürften sich die Blechlawinen nur langsam bewegen.
Viele Franzosen nutzen das lange Wochenende traditionell für Kurzreisen ans Meer, Familienbesuche oder spontane Ausflüge aufs Land. Das sorgt jedes Jahr für ähnliche Szenen: vollgestopfte Rastplätze, Kinder mit gelangweilten Blicken auf der Rückbank und Navigationsgeräte, die hektisch Ausweichrouten vorschlagen, obwohl längst alle denselben Gedanken hatten.
Wer die schlimmsten Staus vermeiden möchte, fährt möglichst früh am Morgen oder verschiebt die Reise auf ruhigere Zeitfenster. Klingt simpel — klappt nur selten. Denn am Ende denken eben alle gleich.
Autor: C.H.
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