Der Morgen begann unspektakulär, endete jedoch im Stillstand. Auf der Bahnstrecke zwischen Le Havre und Paris ist der Zugverkehr am Dienstag abrupt unterbrochen worden – ausgelöst durch einen Verkehrsunfall, der selbst erfahrene Einsatzkräfte kurz sprachlos machte. Ein Auto hing nach einer Kollision mit einer Eisenbahnbrücke in den Oberleitungen der SNCF. Kein Zug kam mehr durch.
Der Unfall ereignete sich in Bolbec, Avenue Louis-Debray, am frühen Vormittag. Eine 74-jährige Autofahrerin prallte aus bislang ungeklärter Ursache gegen eine Bahnbrücke. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Fahrzeug so ungünstig angehoben, dass es schließlich halb über den Gleisen zum Stillstand kam – eine Achse in der Luft, gehalten von den stromführenden Oberleitungen der Strecke Le Havre–Paris railway line. Ein Bild, das man eher aus Actionfilmen kennt als aus dem Alltag der Normandie.
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Die Frau hatte Glück. Sie erlitt nur leichte Verletzungen und wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus nach Lillebonne gebracht. Für den Bahnverkehr dagegen bedeutete der Unfall einen harten Einschnitt. Zwischen Le Havre und Yvetot ging vorerst nichts mehr. Auch aus Rouen oder Paris war Le Havre nicht mehr per Zug erreichbar. Pendler standen ratlos auf den Bahnsteigen, Fahrpläne verloren schlagartig ihre Bedeutung.
31 Feuerwehrleute aus dem Département Seine-Maritime rückten an, darunter eine spezialisierte Rettungseinheit. Ein Auto in den Oberleitungen stellt ein erhebliches Risiko dar: Hochspannung, instabile Fahrzeuglage, darunter eine Hauptverkehrsachse des regionalen Bahnnetzes. Jeder Handgriff musste sitzen. Hektik verbot sich von selbst.
Die SNCF bestätigte den Einsatz von Technikern des Netzbetreibers, die die beschädigten Anlagen überprüften und reparierten. Oberleitungen reagieren empfindlich, schon kleine Schäden ziehen große Konsequenzen nach sich. Dennoch zeigte man sich vorsichtig optimistisch: Gegen 14 Uhr sollte der Verkehr wieder anlaufen – vorausgesetzt, die Sicherheitsprüfungen fielen positiv aus.
Ein Vormittag, der eindrucksvoll zeigte, wie fragil das System Verkehr sein kann. Ein einziger Moment, ein falscher Winkel, und eine ganze Region steht still. Manchmal reicht genau das.
Autor: C.H.
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