Bars, Restaurants, Kultureinrichtungen: Wiedereröffnungsszenarien werden im Elysée-Palast diskutiert

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Eindämmung der Epidemie ohne das Land komplett stillzulegen. Die Strategie der Regierung scheint nicht aufzugehen ...

Verschiedene Szenarien für die Wiedereröffnung von öffentlichen Einrichtungen stehen im Mittelpunkt eines Treffens zwischen Emmanuel Macron, Jean Castex und mehreren Ministern an diesem Mittwochnachmittag. Sogar die Einführung eines “Gesundheitspasses” könnte diskutiert werden.

Emmanuel Macron wird am späten Mittwochnachmittag mit Jean Castex und den betroffenen Ministern konferieren, um die verschiedenen Szenarien für die Wiedereröffnung öffentlicher Orte und Einrichtungen zu prüfen, insbesondere die Einführung eines “Gesundheitspasses”, den der Staatschef letzte Woche schon erwähnt hatte, so der Elysée-Palast. Dieses Treffen kommt zu einer Zeit, in der zusätzliche restriktive Maßnahmen für etwa zwanzig Departements untersucht werden, in denen die Verbreitung des Virus in den letzten Tagen zugenommen hat.

Das Treffen soll es ermöglichen, die Modalitäten zu erwägen, die ein “Gesundheitspass” beinhalten könnte, wie zum Beispiel QR-Codes, die an öffentlichen Plätzen verwendet werden können, experimentelle Protokolle für Kultur- und Sportveranstaltungen oder Restaurants, um bereit zu sein, wenn eine Wiedereröffnung möglich ist.

Vergangene Woche erwähnte Emmanuel Macron die Einführung eines “Gesundheitspasses” in Frankreich, um bestimmte Orte wieder öffnen zu können, ohne jedoch eine Impfung zur Bedingung zu machen. Er war der Meinung, dass dieses “wichtige Thema”, das “viele technische Fragen, den Respekt vor individuellen Daten und die Organisation unserer Freiheiten” aufwerfen wird, “jetzt technisch, politisch und rechtlich vorbereitet werden muss”.

Neben Jean Castex und dem Gesundheitsminister Olivier Véran, werden Bruno Le Maire (Wirtschaft), Roselyne Bachelot (Kultur), Roxana Maracineanu (Sport), Jean-Michel Blanquer (Nationale Bildung), Cédric O (Digital), Frédérique Vidal (Hochschulwesen), Elisabeth Borne (Arbeit), Jean-Baptiste Lemoyne (Tourismus), Clément Beaune (Europäische Angelegenheiten) und der Regierungssprecher Gabriel Attal per Videokonferenz an der Sitzung teilnehmen.

Die Exekutive will auch Experimente zur Wiedereröffnung von bestimmten öffentlichen Räumen, Museen, Theatern, Kinos und Festivals untersuchen, wie sie in Marseille, Paris oder Lyon geplant werden. Zwei Testkonzerte finden “in der zweiten Märzhälfte” statt, mit tausend Personen, im Auditorium des Dôme in Marseille, sitzend mit der Möglichkeit, aufzustehen. Alle Personen werden vor dem Konzert getestet und positive Fälle werden nicht ausgefiltert, sondern durch Tests nach der Veranstaltung werden die entstandenen Kontaminationen ausgewertet. In Paris nehmen 5000 Menschen an einem Experiment bei einem Stehkonzert in der Accor-Arena-Halle teil.

An diesem Mittwochmorgen leitete der Staatschef auch einen Verteidigungsrat, um über mögliche Beschränkungen für die zwanzig Departements zu entscheiden, die seit letzter Woche unter verstärkter Überwachung stehen. Dazu gehören Wochenend-Lockdowns in Paris und Marseille, wie sie bereits in den Ballungsräumen Nizza und Dünkirchen eingeführt wurden. Maßnahmen, die allerdings recht umstritten sind. Premierminister Jean Castex wird am Donnerstagabend erneut zu einer Pressekonferenz erwartet.

Die Bürgermeisterin von Calais LR, Nathalie Bouchart, sagte am Mittwoch, dass die Behörden eine Ausgangssperre für drei Wochenenden in Calais in Erwägung zögen, wobei die Präfektur meinte, dass dies nur eine “Arbeitshypothese” sei und die Entscheidung “auf nationaler Ebene” getroffen werden müsse.

Vier Indikatoren auf dem Prüfstand
Solange es keinen stärkeren Epidemie-Ausbruch gibt, soll es in diesen zwanzig Departements noch Alternativen zum Wochenend-Lockdown geben können, so eine der Exekutive nahestehende Quelle. Der Premierminister legt Wert auf vier Indikatoren, nämlich die Inzidenzrate, den Anteil der Varianten, die Beschleunigungskurve und die Belegung der Betten auf den Intensivstationen. Die Idee ist nach wie vor und vor allem, den Verlauf über einen Monat zu betrachten, nach Departements getrennt, lokalisierte Maßnahmen beizubehalten und alles zu tun, um einen nationalen Lockdown zu vermeiden.


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