Covid-19: Epidemie greift in Paris wieder um sich – Delta-Variante vorherrschend

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Die Epidemie ist in der Hauptstadt wieder deutlich auf dem Vormarsch, besonders unter jungen Erwachsenen. “Nur durch Impfung können wir dem entkommen, was sich abzeichnet”, sagt der Generaldirektor der regionalen Gesundheitsbehörde.

Alarm in Paris. Während die Region Landes sich weiterhin rund um eine Inzidenzrate von 50 bewegt und am Mittwochabend wieder darunter fiel, ist die Hauptstadt nun das einzige Departement im französischen Mutterland, das wieder über dieser Schwelle liegt. Die Inzidenzrate – die Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohner pro Woche – hat sich innerhalb der letzten Woche verdoppelt und liegt nun bei 54,2. Die Positivitätsrate ist im gleichen Zeitraum ebenfalls gestiegen, von 0,5% auf 0,8%.

Wie auch anderswo in Frankreich und in den Nachbarländern wird dieser plötzliche und schnelle Anstieg besonders bei jungen Erwachsenen und Jugendlichen festgestellt. Bei den 20- bis 29-Jährigen stieg die Inzidenz innerhalb einer Woche von 47 auf 124. Bei den 10- bis 19-Jährigen stieg sie von 28 auf 95 an.

Diese Indikatoren bleiben auf relativ niedrigem Niveau, verglichen mit dem Höhepunkt der vorherigen Welle (die Inzidenzrate überschritt Ende März in Paris 500). Sie sind jedoch ein Alarmsignal, wo doch die letzte Etappe der Lockerungen erst am 30. Juni begann.

Die Delta-Variante überwiegt jetzt
Dieser Anstieg scheint insbesondere auf die Delta-Variante zurückzuführen zu sein, die schätzungsweise zwischen 40 und 60% übertragbarer ist als Alpha, dem Virus-Stamm, der bisher in der Mehrheit war. Mehr als die Hälfte der positiven Tests, die in Paris untersucht wurden, zeigen nun die L452-Mutation und “eine große Mehrheit” von ihnen ist von der Delta-Variante, so Santé publique France. “Die Delta-Variante schreitet sehr schnell voran. Sie macht mittlerweile mehr als die Hälfte der Fälle in Paris aus”, alarmierte am Mittwochabend der Generaldirektor der Regionalen Agentur für Gesundheit der Île-de-France, Aurélien Rousseau.

Um dieser Situation zu begegnen, ist es im Moment nicht angedacht, Einschränkungen wie z. B. Kapazitätsgrenzen an öffentlichen Plätzen wieder einzuführen (dies könnte aber der Fall sein, wenn diese Entwicklung anhält). Die Behörden setzen vor allem auf die Impfung. Mit Stand vom 27. Juni haben 57,2% der Einwohner der Hauptstadt und 57,9% der 20- bis 39-Jährigen mindestens eine Dosis erhalten und 36% bzw. 24,9% sind schon vollständig geimpft, so die Daten der Krankenkasse.

Mit diesen Zahlen gehört Paris zu den Departements mit den meisten Impfungen, aber das ist offensichtlich immer noch unzureichend. “Nur die Impfung wird uns erlauben, dem zu entkommen, was sich abzeichnet”, sagte Aurélien Rousseau.


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