Tag & Nacht

Frankreichs Präsident nutzt das Jubiläum, um diplomatische Fortschritte zu erzielen

Am 6. Juni jährt sich der D-Day zum 80. Mal. An diesem historischen Tag werden sich die Alliierten, diesmal ohne Russland, erneut an der Küste der Normandie versammeln. Die Feierlichkeiten bieten Emmanuel Macron eine Bühne, um Frankreichs Rolle auf der internationalen Bühne zu stärken. Auf dem symbolträchtigen Omaha Beach – auch „der blutige“ genannt – gedenken die Präsidenten Joe Biden, Emmanuel Macron, der kanadische Premierminister Justin Trudeau und der deutsche Kanzler Olaf Scholz gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus.

Eine symbolträchtige Bühne für Diplomatie

Die Feierlichkeiten beginnen mit der Ankunft zahlreicher Staats- und Regierungschefs, darunter etwa zwanzig hochrangige Persönlichkeiten. Am berühmten Strand von Omaha, unweit von Bayeux, wird den ersten amerikanischen Soldaten gedacht, die am 6. Juni 1944 landeten und schwerste Verluste erlitten. Für Emmanuel Macron sind diese Gedenkveranstaltungen nicht nur eine Hommage an die Vergangenheit, sondern auch eine Gelegenheit, Frankreichs Führungsrolle in der Gegenwart zu betonen.

Macron hat die Normandie zur diplomatischen Hauptstadt erklärt – zumindest für die Dauer der Feierlichkeiten. Nach der formellen Zeremonie, begleitet von Kriegsschiffen der alliierten Nationen und einer beeindruckenden Militärparade, wird der Fokus auf diplomatische Gespräche und Fortschritte gelegt.

Die Ukraine im Zentrum der Gespräche

Vor zehn Jahren gelang es François Hollande, ein Treffen zwischen Wladimir Putin und dem damaligen ukrainischen Präsidenten zu organisieren. Dieses Mal ist Russland aufgrund der aktuellen geopolitischen Spannungen nicht eingeladen. Stattdessen wird es zu wichtigen Gesprächen zwischen Macron und Selenskyj kommen, die am darauffolgenden Tag im Élysée-Palast stattfinden werden. Geplant sind auch zwei Vereinbarungen, die die Unterstützung für die Ukraine weiter festigen sollen.

Begegnung mit Biden und globale Themen

Ein weiteres Highlight der Feierlichkeiten ist die Begegnung zwischen Macron und Joe Biden. Es steht eine breite Palette an Themen auf der Agenda, darunter natürlich die Ukraine, der Klimawandel und das Nuklearprogramm. Dies wird laut Élysée die längste Staatsvisite in Bidens Amtszeit sein – ein deutliches Signal für die Bedeutung der französisch-amerikanischen Beziehungen.

Ein starkes Signal vor den Europawahlen

Macrons diplomatische Offensive findet auch im Kontext der bevorstehenden Europawahlen statt. Rund die Hälfte der Wahlberechtigten hat bisher nicht die Absicht, zur Wahl zu gehen. Durch seine internationalen Bemühungen versucht Macron, ein starkes Signal an die Wähler zu senden: Frankreich ist ein zentraler Akteur auf der Weltbühne.

In diesen Tagen soll die Normandie somit nicht nur an den historischen D-Day erinnern, sondern auch zur Kulisse bedeutender diplomatischer Aktivitäten sein. Die Feierlichkeiten bieten eine einzigartige Gelegenheit, das historische Erbe mit aktuellen politischen Herausforderungen zu verbinden und die Position Frankreichs im globalen Kontext zu stärken.


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