Tag & Nacht


Der 12. Februar brachte im Lauf der Geschichte politische Umbrüche, kulturelle Meilensteine und Ereignisse mit weltweiter Ausstrahlung hervor – sowohl international als auch in Frankreich. Hier ein Überblick über markante Geschehnisse dieses Datums.


🌍 Weltgeschichte am 12. Februar

1809 – Zwei prägende Staatsmänner geboren
Am selben Tag erblickten zwei Männer das Licht der Welt, die ihre Nationen tief beeinflussten:

  • Abraham Lincoln, später 16. Präsident der Vereinigten Staaten, geboren in Kentucky. Er führte die USA durch den Bürgerkrieg und leitete mit der Emanzipationsproklamation das Ende der Sklaverei ein.
  • Charles Darwin, geboren in Shrewsbury, England. Seine Evolutionstheorie veränderte das naturwissenschaftliche Weltbild nachhaltig.

1912 – Der letzte Kaiser Chinas dankt ab
Mit der Abdankung von Puyi endete die Qing-Dynastie. Das jahrtausendealte Kaisertum wich der Republik China – ein radikaler Bruch in der ostasiatischen Geschichte.

1924 – Uraufführung von „Rhapsody in Blue“
In New York wurde George Gershwins berühmtes Werk „Rhapsody in Blue“ erstmals aufgeführt. Jazz und klassische Musik verschmolzen zu einem neuen Klang – ein Soundtrack der Moderne.



1934 – Politische Unruhen in Österreich
Während des Österreichischen Bürgerkriegs griffen regierungstreue Truppen sozialdemokratische Arbeiterorganisationen an. Die Ereignisse führten zur Etablierung eines autoritären Ständestaates unter Engelbert Dollfuß.

1999 – Freispruch im US-Senat
Der amerikanische Präsident Bill Clinton wurde im Amtsenthebungsverfahren freigesprochen. Der Fall markierte einen Wendepunkt in der politischen Medienkultur der USA – und zeigte, wie eng Justiz, Moral und Öffentlichkeit miteinander verflochten sind.


🇫🇷 Frankreich am 12. Februar

1429 – Jeanne d’Arc trifft auf den Dauphin
Die junge Jeanne d’Arc begegnete dem späteren König Karl VII. in Chinon. Dieses Treffen leitete die französische Gegenoffensive im Hundertjährigen Krieg ein – ein Mythos nahm seinen Anfang.

1818 – Geburt von Charles-François Daubigny
Der Maler Charles-François Daubigny kam zur Welt. Als Vorläufer des Impressionismus beeinflusste er Künstler wie Monet. Seine Landschaftsbilder fingen Licht und Atmosphäre mit überraschender Frische ein.

1898 – Émile Zola vor Gericht
Nach der Veröffentlichung seines offenen Briefes „J’accuse…!“ stand Émile Zola wegen Verleumdung vor Gericht. Die Affäre um Alfred Dreyfus spaltete Frankreich tief – Antisemitismus, Justizirrtum und Pressefreiheit prallten aufeinander. Die Debatte hallt bis heute nach, wenn es um staatliche Verantwortung und Zivilcourage geht.

1947 – Christian Dior präsentiert den „New Look“
In Paris stellte Christian Dior seine erste Kollektion vor. Der „New Look“ mit schmaler Taille und weitem Rock symbolisierte den Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg – Mode als gesellschaftliches Statement.


Historische Linien bis in die Gegenwart

Ein Datum wie der 12. Februar wirkt zunächst zufällig. Doch betrachtet man die einzelnen Ereignisse, zeigt sich ein roter Faden: politische Umbrüche, intellektuelle Revolutionen, kulturelle Neubeginne.

Die Geburt von Lincoln und Darwin – zwei Männer, die Dogmen erschütterten – verweist auf das 19. Jahrhundert als Epoche der Umwälzungen. Freiheit und Wissenschaft gewannen neue Autorität. Ihre Ideen prägen heutige Debatten über Menschenrechte, Evolution und gesellschaftlichen Fortschritt. Wer über Rassismus oder religiöse Weltbilder diskutiert, bewegt sich noch immer im Spannungsfeld ihrer Gedanken.

In Frankreich steht das Treffen von Jeanne d’Arc mit Karl VII. sinnbildlich für nationale Identität. Ihre Figur taucht bis heute in politischen Diskursen auf – von konservativen bis republikanischen Kräften. Geschichte dient als Spiegel, manchmal auch als Projektionsfläche.

Und Zola? Seine Worte brannten wie ein Fanal durch die Dritte Republik. „J’accuse“ klingt noch heute nach, wenn Journalisten Missstände aufdecken. Mut zur Wahrheit – das ist kein verstaubtes Ideal, sondern brandaktuell. Gerade in Zeiten von Fake News und Polarisierung gewinnt Zolas Haltung neue Brisanz.

Selbst die Mode von Dior erzählt von gesellschaftlicher Sehnsucht. Nach Jahren der Entbehrung strebte man nach Eleganz, Fülle, Lebensfreude. Mode spiegelt Mentalität – gestern wie heute. Ein bisschen Glamour nach Krisenzeiten? Klingt vertraut.

Und dann die Abdankung des letzten Kaisers von China – ein Ereignis, das den Übergang von Tradition zur Moderne markierte. Chinas Weg zur heutigen Weltmacht begann nicht erst im 21. Jahrhundert, sondern mit dem Ende des Kaiserreichs. Wer die geopolitischen Spannungen der Gegenwart verstehen will, sollte diesen historischen Bruch im Blick behalten.

Man sieht: Ein einzelnes Datum öffnet ein Panorama der Weltgeschichte.

Ziemlich verrückt, was alles an einem einzigen Tag passiert ist, oder?

Geschichte wirkt nicht linear. Sie gleicht eher einem Fluss mit Stromschnellen, Nebenarmen und unerwarteten Wendungen. Der 12. Februar liefert dafür eindrucksvolle Beispiele – von politischen Revolutionen bis zu kulturellen Meilensteinen.

Vielleicht liegt gerade darin die Faszination: Jeder Tag trägt Spuren der Vergangenheit in sich. Man muss nur genau hinsehen.

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