Der Napoleon-Express: Mit einem Zug aus den 1950er Jahren in das Blavet-Tal im Morbihan

77

Ein Team begeisterter Freiwilliger verbrachte drei Jahre damit, alte Triebwagen zu restaurieren und erhielt nun von den Behörden die Genehmigung, eine seit über 50 Jahren stillgelegte Strecke wieder in Betrieb zu nehmen.

In der Bretagne ist es nicht der Orient-Express, sondern der Napoleon-Express, der seit ein paar Tagen wieder auf den Schienen des Blavet-Tals im Morbihan fährt. Dieses Projekt wurde drei Jahre lang von der Vereinigung der Chemins de fer du Centre-Bretagne (CFCB) entwickelt. Mit Hilfe verschiedener lokaler Behörden haben die Freiwilligen des Vereins historische Triebwagen aus den 50er und 70er Jahren restauriert und die Erlaubnis erhalten, Passagiere auf einer Strecke zu befördern, die über 50 Jahre lang nur Güter transportiert hatte.

Ein Traum wird wahr
Jean-Philippe Vanwalleghem kaufte und restaurierte den Bahnhof von Pontivy. Mit diesem Zug wird sein Traum endlich wahr: “Nach vier Jahren der kleinen Schritte und Studien zum Bahnhofsbau wird dieser Tag Wirklichkeit. So ist heute die Ankunft des ersten Touristenzuges die Verwirklichung eines Traumes. Lasst uns unsere Träume zu Ende leben”, freut sich der stolze Stationsleiter.

Der Napoleon-Express fährt 35 km von Pontivy nach Camors, vorbei an Saint-Nicolas-des-Eaux, Saint-Rivalain und Quistinic. An jeder Haltestelle können die Reisenden aussteigen und die von den verschiedenen Städten angebotenen Aktivitäten genießen. Und was steht auf der Tagesordnung? Geführte Touren, Fahrradtouren, Wanderungen, Baumklettern, Angeln…

Ziel dieses Zuges ist es vor allem, den Einheimischen und Touristen einen anderen Aspekt des Blavet zu zeigen, indem er ihnen einen unverstellten Blick auf das Tal und seine Dörfer bietet.

Der Name des Zuges wurde nicht zufällig gewählt. Der Startpunkt Pontivy war eine wichtige napoleonische Garnison und wurde von Napoleon Bonaparte als strategischer Punkt in seinem Konflikt mit den Briten betrachtet. Der Kaiser war sogar so weit gegangen, Pontivy in Napoleonville umzubenennen. Und es war tatsächlich sein Neffe, Napoleon III, der 1855 beschloss, diese Eisenbahnlinie zu schaffen.

Für die komplette Strecke muss man 16 € im Erwachsenentarif und 8 € im Kindertarif bezahlen. Die Züge verkehren den ganzen Sommer über mit drei Touren am Mittwoch und zwei am Sonntag.


Du möchtest immer die neuesten Nachrichten aus Frankreich?
Abonniere doch unseren Newsletter!





Ein exklusives Angebot für unsere Leser.
Weil du es uns wert bist!

Tipp der Redaktion