Ferien im Februar: Weniger Franzosen fahren in den Urlaub

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Die Franzosen stellen sich auf die Situation in dieser anhaltenden Gesundheitskrise ein. Mit der Schließung der Skilifte in den Wintersportorten und den immer noch geschlossenen Restaurants, Theatern und Kinos werden die Ferien in diesem Februar oft zu Hause verbracht: Das Klima der Unsicherheit hält viele Franzosen vom Reisen ab.

Die Franzosen werden im Februar viel weniger in den Urlaub fahren. Charlie Cailloux, Rechtsberater für die Reservierungs-Website PAP und PAP vacances, erklärt warum.

Franceinfo: – 58%, das ist der Rückgang bei den Buchungen von Ferienwohnungen im Vergleich zum letzten Jahr?

Charlie Cailloux: Ja und es gibt mindestens zwei Gründe! Traditionell fahren wir im Februar in die Berge. Aber die Schließung der Skilifte hat viele Urlauber abgeschreckt, was schon in den Weihnachtsferien der Fall war. Und dann, bevor sie ihren Urlaub buchten, prüften die Franzosen die Regierungsankündigungen: Am 24. Januar deutete das Journal Du Dimanche an, dass ein neuer Lockdown unmittelbar bevorstehe, woraufhin die Buchungen in der folgenden Woche um -77% einbrachen. Am Freitag, dem 29. Januar, gab Jean Castex dem Land eine “letzte Chance” und blieb statt des Lockdowns bei einer Ausgangssperre, die Reservierungen stiegen wieder ein wenig an.

Franceinfo: Suchen sich diejenigen, die normalerweise Skifahren gehen, andere Ziele?

Charlie Cailloux: Nein! Zu den Weihnachtsfeiertagen waren Reservierungen in den Berge rückläufig, aber Reservierungen für das Meer und das Land liefen gut. Das wird im Februar nicht der Fall sein: Alle Ziele fallen. Das Klima der Unsicherheit hat alle demotiviert, zu verreisen.

Eine Ausnahme: Übersee-Frankreich konnte seine Buchungen im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln. Das große Problem ist, dass es seit der Ankündigung des Premierministers am 29. Januar verboten ist, in diese Gebiete zu reisen, so dass diese Urlauber ihren Aufenthalt stornieren müssen.

Franceinfo: Das ist ein interessanter Punkt: Wie geht es den Leuten, die ein Haus gemietet haben und dort nicht hingehen können? Können sie sich auf höhere Gewalt berufen?

Charlie Cailloux: Nein, Sie können sich nicht mehr auf höhere Gewalt berufen, wie es möglicherweise bei dem ersten Lockdown der Fall war: Höhere Gewalt ist ein unvorhersehbares Ereignis, das Sie daran hindert, einen Vertrag zu erfüllen. Für uns sind diese Ausgangssperren, diese Reiseverbote leider nichts Außergewöhnliches mehr, und wir können sogar sagen, dass sie seit einem Jahr das Thema Nummer eins sind.

In Ermangelung spezifischer Stornierungsbedingungen im Mietvertrag müssen Sie also die bei der Reservierung geleistete Kaution verlieren. Und wenn Sie eine Anzahlung geleistet haben, könnte der Vermieter sogar die volle Miete von Ihnen verlangen.

Franceinfo: Sie sprachen von Kündigungsklauseln? Was sind sie?

Charlie Cailloux: Es gibt inzwischen Vertragsklauseln, die besagen, dass wenn der Eigentümer oder der Mieter nicht in der Lage sind, den Vertrag aufgrund der Covid-19-Epidemie zu erfüllen, ist der Vertrag null und nichtig, dies ist bei 66% der Anzeigen auf unserer Seite der Fall. Achtung, die Klausel funktioniert nur, wenn Sie NICHT reisen können, wegen eines Lockdowns, weil Sie positiv getestet wurden, oder andere allgemeine Maßnahmen das Reisen verbieten.

Wenn Sie also für Guadeloupe gebucht hatten und stornieren müssen, können Sie von der Klausel profitieren. Auf der anderen Seite, wenn Sie für die Alpen gebucht hatten und nicht mehr fahren WOLLEN, weil die Lifte geschlossen sind, da geht es nicht, und Sie können keine Rückerstattung verlangen.

Interview von Charlie Cailloux auf Franceinfo, veröffentlicht am 07. Februar 2021.


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