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Rouen – Die Kathedrale Notre-Dame von Rouen, ein Meisterwerk gotischer Architektur und ein Symbol der Stadt, wurde am Donnerstag, dem 11. Juli, von einem schweren Brand heimgesucht. Die Flammen, die in der Spitze des Gebäudes wüteten, konnten glücklicherweise unter Kontrolle gebracht werden. Doch die Bilder des rauchenden Wahrzeichens hinterlassen bei vielen Bürgern tiefe Betroffenheit.

„Der Brand ist zwar unter Kontrolle“, erklärte Stéphane Gouezec, Direktor der Feuerwehr, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, „aber wir können noch nicht sicher sein, dass alles vollständig gelöscht ist.“ Das Feuer brach am späten Vormittag in etwa 120 Metern Höhe aus, an einer Plattform, die seit Wochen von einer weißen Abdeckplane umhüllt ist. Die Ursache des Brandes bleibt derzeit unbekannt, alle verfügbaren Mittel sind jedoch im Einsatz, wie der Bürgermeister von Rouen, Nicolas Mayer-Rossignol, auf seinem X-Account betonte.

Glück im Unglück: Es gab keine ernsthaften Verletzungen. Einige Arbeiter, die Rauch eingeatmet hatten, wurden von Feuerwehrleuten versorgt. „Es gibt keine Opfer“, bestätigte auch Monseigneur Dominique Lebrun, der Erzbischof des Bistums Rouen, der vor Ort war. Die Kathedrale wurde vollständig evakuiert, und die Behörden raten der Öffentlichkeit, den Bereich zu meiden und die Notrufleitungen nicht zu blockieren.

Die Spitze scheint gerettet

Die Schäden konzentrieren sich hauptsächlich auf die Plattform und die weiße Schutzplane, die in Flammen aufgingen. Glücklicherweise scheint die Spitze der Kathedrale nicht direkt bedroht zu sein. Etwa 60 Feuerwehrleute und 30 Einsatzfahrzeuge sind vor Ort, um den Brand zu bekämpfen, berichtet France Bleu Normandie. Spezialisierte Einsatzkräfte für gefährliche Brände sind ebenfalls im Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Ein Sicherheitskordon wurde rund um die Kathedrale eingerichtet, und die Polizei hat die Zugangsmöglichkeiten gesperrt. Gegen 12:30 Uhr nahm die Rauchentwicklung ab, ein großes Loch in der Plane wurde sichtbar. Die Kathedrale befindet sich seit 2016 in einem umfangreichen Renovierungsprozess. Die Spitze von Notre-Dame de Rouen ist die höchste in Frankreich, mit einer Höhe von 151 Metern.

Bedeutende Schäden und emotionale Reaktionen

„Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, da wir uns auf halber Höhe der Spitze befinden, die aus Metall besteht“, erläuterte Erzbischof Dominique Lebrun. „Wir müssen Wasser in die oberen Bereiche bringen, um den Brand zu löschen und sicherzustellen, dass keine weiteren Teile der Kathedrale betroffen werden.“ Die betroffene Stelle dient den Arbeitern als Arbeitsbereich, was möglicherweise zur Entstehung des Feuers beigetragen haben könnte.

Die Bilder und Videos des Brandes verbreiteten sich schnell in den sozialen Medien und riefen starke emotionale Reaktionen hervor. Der Erzbischof sprach von der „großen Erschütterung“ für das Personal des Erzbistums und die Bevölkerung. Er fügte hinzu, dass die Schäden erheblich seien und eine gründliche Untersuchung der betroffenen Bereiche erforderlich machen.

Die Katastrophe ruft Erinnerungen an den Brand der Kathedrale Notre-Dame in Paris im Jahr 2019 wach. Rouen muss nun nicht nur den materiellen Verlust bewältigen, sondern auch den emotionalen Schock verarbeiten. Die Kathedrale Notre-Dame von Rouen steht nicht nur als historisches Bauwerk im Mittelpunkt – sie ist ein lebendiges Symbol der Stadt und ihrer Geschichte.

Wie lange wird es wohl dauern, bis dieses stolze Bauwerk wieder in altem Glanz erstrahlt? Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, wie stark der Wille und die Kraft der Stadt Rouen ist, dieses Stück Geschichte schnellstmöglich zu restaurieren.


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