Filmfestival von Cannes: Julia Ducournau gewinnt für “Titanium” als zweite Regisseurin in der Geschichte des Festivals die Goldene Palme

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Julia Ducournau (Mitte) gewinnt die goldene Palme 2021 für ihren Film "Titanium". In den Hauptrollen sind Agathe Rousselle (rechts) und der französische Schauspieler Vincent Lindon zu sehen.

Erst zum zweiten Mal in der Geschichte der Filmfestspiele von Cannes wurde am Samstag, den 17. Juli, die Goldene Palme an einen Film vergeben, bei dem eine Frau Regie führte, 28 Jahre nach “The Piano Lesson” von Jane Campion.

Der Film “Titanium” der französischen Regisseurin Julia Ducournau gewann den Preis, obwohl bei Kritikern wegen einiger schockierender Szenen durchaus umstritten ist.

Die Bekanntgabe des höchsten Filmpreises von Cannes kam überraschend und etwas verfrüht, denn Jurypräsident Spike Lee übernahm zu Beginn der Zeremonie das Kommando und überraschte damit die Organisatoren.

Ursprünglich sollte Spike Lee den Preis für den besten männlichen Darsteller verkünden, der schließlich an den Amerikaner Caleb Landry Jones für seine Leistung in “Nitram” ging, wo er einen jungen Mann spielt, der kurz davor ist, einen der schlimmsten Morde in der Geschichte Australiens zu begehen.

Der Preis für die beste Schauspielerin ging an die norwegische Schauspielerin Renate Reinsve für ihre Rolle in Joachim Triers “Julie in 12 Kapiteln”, in der sie eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst spielt.

Großer Preis für Asghar Farhadi

Der iranische Filmemacher Asghar Farhadi rief zur Bewusstseinsbildung im Iran auf, wofür er den Grand Prix, die zweithöchste Auszeichnung nach der Goldenen Palme, zusammen mit dem Finnen Juho Kuosmanen erhielt. Der iranische Regisseur gewann den Preis für “A Hero”, eine Geschichte, die eine iranischen Gesellschaft, die von Misstrauen und Manipulation geprägt ist, schildert.

Der französische Regisseur Leos Carax gewann den Regiepreis für “Annette”, eine virtuose Rockoper mit den beiden Stars Adam Driver und Marion Cotillard.

Indem das Festival von Cannes die Goldene Palme an die mit 37 Jahren jüngste Teilnehmerin des Wettbewerbs vergibt, sendet es ein wichtiges Signal in einer Branche, die in den letzten vier Jahren im Zuge der Weinstein-Affäre und der #MeToo-Bewegung mehr denn je die Stellung der Frau und die Gleichberechtigung der Geschlechter hinterfragt. Julia Ducourneau dankte der Jury dafür, dass sie “das Bedürfnis erkannt hat, das wir für eine flüssigere und integrativere Welt haben”.

Nur vier Regisseurinnen waren in diesem Jahr im Wettbewerb, bei insgesamt 24 Filmen.

“Titanium” ist eine Mischung aus Frau/Maschine, Liebe zu Autos und der Suche nach Vaterschaft. Es war der gewalttätigste und trashigste Film des Wettbewerbs, weit davon entfernt, von den Kritikern einstimmig anerkannt zu werden. In den Hauptrollen sind eine umwerfende Newcomerin, Agathe Rousselle, und der französische Schauspieler Vincent Lindon zu sehen.


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