Französische Schneckenzüchter haben zu kämpfen, da die Schließung von Restaurants den Handel beeinträchtigt

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Die aufeinanderfolgenden Covid-19-Lockdowns und Ausgangssperren mögen den Menschen in Frankreich, wie auch anderswo, wieder selbst an den Herd gebracht haben, aber eine aus französischen Restaurants bekannte Delikatesse hat es nicht auf die Teller zu Hause geschafft: Schnecken.

Da die Restaurants des Landes seit dem Beginn des zweiten Lockdowns am 30. Oktober geschlossen sind, kämpfen die Produzenten in Frankreichs “Escargot”-Hochburg Bourgogne darum, sich über Wasser zu halten.

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Tipp der Redaktion

In Knoblauchbutter gekochte Schnecken sind ein Klassiker der französischen Küche, der seit langem eine Mischung aus Faszination und Entsetzen bei Touristen hervorruft, insbesondere auch bei Deutschen, die bei der Vorstellung, die Weichtiere zu essen, oft zurückschrecken. Während nur wenige Franzosen regelmäßig Schnecken kaufen – sie werden in der Regel bei Partys oder in der Urlaubssaison aufgetischt – stehen sie dennoch regelmäßig auf den Speisekarten der Restaurants. Aber da die Restaurants wohl noch einige Wochen geschlossen bleiben werden, solange Frankreich darum kämpft, die hartnäckig hohen Covid-19-Infektionen zu senken, fürchten die Schneckenzüchter um ihre Zukunft.

“Im Jahr 2020 sind meine Verkäufe um 33 Prozent zurückgegangen, mehr als vorhergesagt”, sagte Produzent Herve Menelot gegenüber der AFP und fügte hinzu, dass er sich von Juni bis Oktober 2020 keinen Lohn gezahlt habe und von seinen Ersparnissen lebe.

“Dieses Jahr ist das gleiche. Ich habe keine (Fach-)Messe vor mir, keinen Bauernmarkt, keine Restaurants. Wir sind nicht sehr optimistisch, sagte Menelot und fügte hinzu, dass er befürchtet, dass er sein Geschäft aufgeben muss.

Olivier Dard, ein anderer Schneckenproduzent, sagte der AFP, dass sich sein Umsatz im Jahr 2020 halbiert habe. Dard war gezwungen, einen Job bei der Gemeindeverwaltung anzunehmen, um das Einkommen der Familie aufzubessern.

Die französische Schneckenindustrie besteht aus Hunderten von Kleinbauern, die mit billigeren Importen aus Osteuropa konkurrieren müssen.

Nur 5 Prozent der 30.000 Tonnen Schnecken, die jedes Jahr in Frankreich konsumiert werden – eine geschützte Spezies, die nicht einfach auf freiem Feld aufgesammelt und verkauft werden darf – stammen aus Frankreich.

Die Schneckenbauern haben zwar Beihilfen vom Staat erhalten, sagen aber, dass diese nicht ausreichen, um ihre Verluste auszugleichen.


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