Gesundheit: Emmanuel Macron kündigt einen 7-Milliarden-Plan für Forschung und Innovation an

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Nachdem das französische Gesundheitssystem durch die Pandemie auf eine harte Probe gestellt wurde, kündigte Emmanuel Macron am Dienstag einen Investitionsplan in Höhe von rund sieben Milliarden Euro zur Förderung von Innovationen an, um Frankreich bis 2030 an die Spitze Europas zu bringen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat am Dienstag (29. Juni) einen sieben Milliarden Euro schweren Investitionsplan für Innovationen im Gesundheitsbereich vorgestellt, der von der Covid-19-Pandemie stark betroffen wurde.

“Wir haben ein System, das alles in allem weniger effizient ist, als es sein sollte: fehlende Investitionen, zu viele Abteilungen, zu langsam”, sagte der französische Staatschef in einer Rede im Élysée-Palast.

Der Plan des Präsidenten geht auf die Arbeit des Strategischen Rates für die Gesundheitswirtschaft (CSIS) zurück, der im Januar gegründet wurde, um Lehren aus der Covid-19-Pandemie zu ziehen, die Mängel im französischen Gesundheitssystem aufdeckten. Die Exekutive will Frankreich zu einem europäischen Innovationsführer in diesem Bereich machen, mit dem Ziel einer Technologie- und Gesundheitsunabhängigkeit.

Der Plan zielt insbesondere darauf ab, die Forschung durch eine Spritze von zwei Milliarden Euro öffentlicher Investitionen in drei Schlüsselbereichen zu beschleunigen. Rund 800 Millionen Euro an Fördermitteln werden für Biotherapien bereitgestellt, bei denen Frankreich derzeit noch zu 90% von Importen abhängig ist. Der Präsident hat sich zwei Fünf-Jahres-Ziele gesetzt: “Mindestens fünf neue Biomedikamente zu produzieren und die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Sektor zu verdoppeln.” Die digitale Gesundheit wird 650 Millionen Euro erhalten. Die Erforschung neu auftretender und ansteckender Krankheiten wird mit 750 Mio. Euro gefördert.

Frankreich beabsichtigt auch, vielversprechende Forscher nach Frankreich (zurück) zu holen. “Fünfzehn bis 20 Forscher werden von Stipendien in Höhe von jeweils drei bis fünf Millionen Euro profitieren”, sagte Emmanuel Macron. Start-ups und KMUs können von einem Paket von einer Milliarde Euro an Krediten und Zuschüssen der Öffentlichen Investitionsbank (BPI) profitieren, die eine weitere Milliarde für Investitionen bereitstellt. Die Mittel werden hauptsächlich aus dem zukünftigen Investitionsprogramm stammen, das zum Teil durch europäische Kredite finanziert wird.

Trotz seiner Erfahrungen auf dem Impfstoffsektor ist Frankreich bei der Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen deutlich ins Hintertreffen geraten, was insbesondere dem Labor Sanofi heftige Kritik eingebracht hat. Dessen Impfstoff, der mit dem britischen Unternehmen GSK entwickelt wird, soll bis Ende des Jahres auf den Markt kommen, ein Jahr nach den Konkurrenten Pfizer-BioNTech und Moderna, die die ersten Boten-RNA-Impfstoffe entwickelt haben.

Die Pandemie hat auch große Probleme bei der Versorgung mit Medikamenten aufgezeigt. Der pharmazeutische Zulieferer Seqens kündigte am Dienstag an, dass ab 2023 die Herstellung von Paracetamol in Frankreich wieder aufgenommen wird, und kündigte die Eröffnung einer neuen Fabrik an, die diese Produktion in Roussillon (Isère) sicherstellen soll.

Die neue Anlage wird eine Kapazität von 10.000 Tonnen pro Jahr haben. Seine Produktion wird von den Pharmakonzernen Sanofi (Marke Doliprane) und Upsa (Marke Efferalgan) übernommen, die sich bisher damit begnügten, den aus Asien importierten Wirkstoff dieses Medikaments in Frankreich abzupacken.


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