Tag & Nacht

Schockierende Gewalt gegen Kandidaten und Aktivisten während der Kampagne

Die aktuelle Wahlkampagne in Frankreich gerät zunehmend außer Kontrolle. Seit Beginn der Kampagne wurden laut Innenminister Gérald Darmanin bereits 51 Kandidaten oder Aktivisten körperlich angegriffen. Diese besorgniserregende Zahl stammt aus einer kurzen Wahlkampagne von weniger als drei Wochen. Darmanin betonte weiter, dass es bereits etwa 30 Festnahmen gab, wobei das Profil der Angreifer sehr unterschiedlich sei. Diese Meldung kommt kurz nach einem Angriff auf die Regierungssprecherin Prisca Thevenot und ihr Team beim Plakatieren in Meudon.

Der letzte Tag der Kampagne: Ein Aufruf zur Mobilisierung

Heute, am letzten Tag der Kampagne, nutzen die Kandidaten jede verbleibende Stunde, um zur Mobilisierung aufzurufen. Um Mitternacht endet die offizielle Wahlkampfphase, und die politischen Führer nutzen diesen letzten Tag, um ihre Botschaften zu verbreiten. Bei der gestrigen Fernsehsendung „L’Evénement“ traten zahlreiche Vertreter großer Parteien auf und gaben ihre abschließenden Statements ab.

Ein Blick auf die möglichen Wahlergebnisse

Ein aktueller Ifop-Umfrage deutet darauf hin, dass das rechtsextreme Rassemblement National (RN) eine relative Mehrheit im Parlament erreichen könnte, mit 210 bis 240 Sitzen. Dies wäre ein beeindruckender Anstieg gegenüber den bisherigen 88 Abgeordneten, jedoch nicht genug für eine absolute Mehrheit von 289 Sitzen. Der Nouveau Front Populaire könnte den zweiten Platz mit 170 bis 200 Abgeordneten einnehmen, gefolgt vom Präsidentenlager mit 95 bis 125 Sitzen.

Politische Auseinandersetzungen und unerwartete Allianzen

Auf der politischen Bühne Frankreichs sorgen ungewöhnliche Allianzen für Diskussionen. Claude Chirac, Tochter des ehemaligen Präsidenten Jacques Chirac, verurteilte die Allianz von François Hollande mit der Partei La France Insoumise (LFI). „Es ist unverständlich“, sagte sie auf France Bleu Limousin, dass der ehemalige Präsident ein gemeinsames Programm mit einer Partei eingegangen ist, die „unverzeihliche“ Fehler bei grundlegenden Themen gemacht habe. Claude Chirac unterstützt in diesem Wahlkampf den Republikaner Francis Dubois im 1. Wahlkreis des Departements Corrèze.

Marine Le Pen und die Zukunft des RN

Marine Le Pen, Vorsitzende des Rassemblement National, zeigte sich in einem Interview mit CNN zwei Tage vor dem zweiten Wahlgang optimistisch. Sie betonte, dass der RN keine Gefahr darstelle – außer für die Macht von Emmanuel Macron. Le Pen kritisierte auch die Entscheidung des Präsidenten, das Parlament aufzulösen und neue Wahlen auszurufen, nur um dann die Kandidaten seiner Partei zurückzuziehen und für die extreme Linke zu werben.

Ein Blick in die Zukunft

Die kommenden Wahlen werden die politische Landschaft Frankreichs tiefgreifend verändern. Die Gewalt gegen Kandidaten und Aktivisten ist ein alarmierendes Zeichen für die Spannungen, die das Land derzeit durchlebt. Die Bürger Frankreichs stehen vor einer historischen Wahl – die Auswirkungen auf die politische Landschaft werden weitreichend sein.

Bleibt zu hoffen, dass der Rest dieser Woche und die Wahlen selbst friedlicher verlaufen.

Es bleibt spannend.


Du möchtest immer die neuesten Nachrichten aus Frankreich?
Abonniere einfach den Newsletter unserer Chefredaktion!