Tag & Nacht

Das französische Innenministerium sowie die Ministerien für Bildung und Hochschulbildung sind besonders wachsam. Sie befürchten, dass der andauernde Konflikt im Nahen Osten zu gewalttätigen Reaktionen auch in Frankreich führen könnte.

„Extreme Wachsamkeit“, heißt es im Élysée-Palast, ebenso wie im Umfeld von Innenminister Gérald Darmanin. Nach dem Überfall der Hamas auf Israel in einem bisher ungekanntem Ausmaß, bei dem nach offiziellen Angaben auf beiden Seiten etwa 1.400 Menschen getötet wurden, befürchtet Frankreich ein hohes „Risiko des Imports“ des Konflikts.



Am vergangenen Wochenende war es Emmanuel Macron selbst, der live den Innenminister Frankreichs anwies, den Schutz aller von der jüdischen Gemeinschaft besuchten Orte zu verstärken. Am Montag, dem 9. Oktober, wurden in Frankreich rund 20 antisemitische Handlungen gezählt, die zu zehn Festnahmen führten. Darüber hinaus wurden Hunderte von Hassbotschaften in sozialen Netzwerken gemeldet, von denen etwa 40 zu einer Anzeige führten gebracht wurden, wie Gérald Darmanin meldet. Eine pro-palästinensische Versammlung in Lyon wurde am Montagabend verboten.

Angesichts des Risikos, den Konflikt nach Frankreich zu importieren, sei der Innenminister „sehr besorgt“, sagte einer seiner Regierungskollegen, das dies eine neue Welle von Unruhen auslösen könnte.

Am Montagabend versicherte das Bildungsministerium, dass ihm keine Hinweise auf mögliche Vorfälle in Schulen vorlägen. Sylvie Retailleau, die Ministerin für Hochschulbildung und Forschung, sah sich nach entsprechenden Berichten hingegen gezwungen, ein Schreiben an die Universitätspräsidenten zu richten, in dem sie diese daran erinnerte, wie sie sich im Falle unangemessener Äußerungen, auch von Lehrkräften, zu verhalten hätten.

Alle pro-palästinensischen Demonstrationen, die eskalieren könnten, sind ab sofort verboten, so eine Anweisung des Innenministeriums an die Präfekten. Hinter den Kulissen fürchtet man insbesondere die Auswirkungen der Bilder aus Gaza, die Zivilisten zeigen, die bombardiert wurden und Opfer der vollständigen Abriegelung sein werden, die die israelische Armee nunmehr begonnen hat.


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