Heizung, Licht… Wird es im Winter-Lockdown zu Stromausfällen kommen?

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La Depeche: Der Manager des französischen Stromnetzes (RTE) sieht die Situation während des neuen Lockdowns etwas pessimistisch und befürchtet einen viel zu hohen Energieverbrauch. Im schlimmsten Fall müsste RTE bei einer Überlastung des Netzes gezielte Ausfälle in Kauf nehmen.

Ein winterlicher Lockdown bleibt möglicherweise nicht ohne Folgen: Das französische Stromnetz ist bereits besonders belastet. Und das aus gutem Grund: Viele französische Kraftwerke werden derzeit gewartet. RTE gibt an, dass, wenn der kommende Winter streng ist, es dann zu Überlastungen in dem Elektrizitätsnetz kommen könnte: “Die Situation ist außergewöhnlich, alles wird vom Verhalten der Franzosen abhängen”, bekräftigt eine Sprecherin von RTE.

Um eine Prognosen zu entwickeln, stützt sich RTE auf mehrere Variablen: Wettervorhersagen, wirtschaftliche Aktivität im Land und Vergleiche mit den Vorjahren. “Wir können noch nicht wissen, ob der Lockdown unsere Verbrauchsspitzen beeinflussen wird und zu einem Anstieg dieser Spitzen führen wird”, fährt die RTE-Vertreterin fort. Es ist in der Tat sehr schwierig für den Netzbetreiber, sich auf die Zahlen aus dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr zu stützen. Im März war das Wetter anders, die Tage waren länger, die Lichter wurden später eingeschaltet und es wurde weniger geheizt.

Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied besteht darin, dass viele der Unternehmen, die im vergangenen Frühjahr geschlossen hatten, ihre Aktivitäten ihre Aktivitäten während dieses neuen Lockdowns fortsetzen werden. Während des ersten Lockdowns war der allgemeine Stromverbrauch um 1,5 bis 2,5% gesunken. Aber nun erwartet man, dass der Verbrauch von Großabnehmern relativ stabil bleiben wird.

Mögliche Stromausfälle
Daher sind die Bedenken hinsichtlich der Kapazität des französischen Stromnetzes zur Versorgung der Haushalte relativ groß. Letzte Woche veröffentlichte der zentrale Sozial- und Wirtschaftsausschuss der EDF eine provokative Studie mit dem Titel “Wird es dieses Jahr zu Weihnachten Strom geben?”

RTE gibt an, dass eine Verbrauchssteigerung von 3 oder 4% ist kein Problem sei, wenn der volle französische Energievorrat verfügbar ist. Besorgniserregend ist, dass derzeit durch die Abschaltung diverser Kernkraftwerke die Reserven begrenzt sind.

Wenn das Quecksilber zu tief sinkt, erwägt EDF gezielte Stromausfälle. 3 bis 7 Stunden Stromausfall pro Tag seien örtlich möglich.


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