“Heute ist es relativ einfach, ein deutsch-französisches Paar zu sein”

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Alice und Volker haben in einem friedlichen Europa gelebt, nachdem ihre Großeltern einen Krieg erlebt haben. Heute genießen sie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede und hoffen, dass für ihre Kinder Europa so selbstverständlich sein wird wie die Luft, die sie atmen…

Link auf den Dokumentarfilm, “Nous, les Européens”, ausgestrahlt am Sonntag, 9. Mai 2021 um 10:45 Uhr auf France 3.

In Brüssel, der Hauptstadt Europas, gibt es viele binationale Paare. Die Französin Alice und der Deutsche Volker und ihre drei zweisprachigen Kinder fühlen sich hier pudelwohl. Doch ihre doppelte Identität macht sie zu Fremden in ihrem eigenen Land. “Wenn meine Kinder in Frankreich sind, werden sie immer ‘die Deutschen’ genannt und wenn sie in Deutschland sind, merkt jeder, wie französisch sie sind. Für mich ist das der Beweis, dass sie wirklich eine Mischung sind”, sagt der Vater zu dem Sender France 3.

“Am Freitagabend wird nicht deutsch oder französisch gegessen, sondern italienisch. So gibt es keine Konflikte”, meint Volker an einem Tag, an dem die ganze Familie zusammensitzt, um eine gute Pizza zu genießen. Die Familie lebt von und mit ihren verschiedenen Kulturen und hat dabei die Bräuche der jeweiligen Länder akzeptiert und adoptiert. Und jeder hat seinen Spaß daran, wenn Mutter Alice erzählt: “Bei unserer Hochzeit konnten wir die Gäste schon anhand ihrer Schuhe unterscheiden. Absätze und elegante Schuhe waren auf der französischen Seite und weniger elegante Schuhe waren auf der deutschen Seite.”

“Alle europäischen Kulturen sind sich sehr nahe gekommen.”
“Die französische Kultur ist sehr stark und sogar ein bisschen missionarisch”, sagt Volker. “Wenn ich bei Alices Familie bin, gibt es große Abendessen, das ist wunderbar. Wir essen stundenlang. Das ist französisch, das ist ein ganzes Ritual. Ich liebe es, aber man muss es auch lieben, sonst wird man schnell ein wenig zum Außenseiter…” Aber klar ist auch: Die Bewegung von Menschen und Waren in Europa hat allmählich zur Entstehung einer gemeinsamen Identität geführt.

“Heute ist es relativ einfach, ein deutsch-französisches Paar zu sein”, sagt Volker. Es sei nicht wie bei einem europäisch-asiatischen Paar etwa, wo die Unterschiede doch viel größer sind. In den letzten Jahrzehnten sind alle europäischen Kulturen viel näher zusammengerückt. Die Großeltern von Alice und Volker haben noch den Krieg erlebt. Sie jedoch haben in Frieden in einem Europa, das immer noch von manchen kritisch gesehen wird, gelebt, und sie setzen nun darauf, dass junge Menschen ihm neues Leben einhauchen: “Wenn ich meine Kinder anschaue, bin ich recht optimistisch. Die neue Generation wird noch mehr von Europa begeistert sein als meine eigene. Vielleicht wird Europa für sie so normal sein, wie die Luft zum Atmen”, hofft Volker.

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