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À la une · 25.09.2024 10:03

Hochwassergefahr in Frankreich: Fehlende Vorsorge und unzureichende Mittel, warnt ein Bericht des Senats

Hochwasser sind mittlerweile die größte Naturgefahr in Frankreich. Jeder vierte Einwohner des Landes ist theoretisch davon betroffen – eine alarmierende Tatsache, insbesondere nach den wiederholten Überschwemmungen in den Regionen Hauts-de-France im November 2023 und...

Hochwasser sind mittlerweile die größte Naturgefahr in Frankreich. Jeder vierte Einwohner des Landes ist theoretisch davon betroffen – eine alarmierende Tatsache, insbesondere nach den wiederholten Überschwemmungen in den Regionen Hauts-de-France im November 2023 und Januar 2024. In Reaktion auf diese Ereignisse führte der französische Senat eine Informationsmission durch, deren Ergebnisse am Mittwoch, den 25. September, präsentiert werden. Jean-François Rapin, Senator der Republikaner aus dem Département Pas-de-Calais und Co-Berichterstatter der Mission, legte bereits erste Erkenntnisse offen.

Laut dem Bericht mangelt es sowohl an der Instandhaltung der Wasserläufe als auch an ausreichenden Mitteln für den Katastrophenschutz. In 2023 wurden in 54 Départements – also mehr als der Hälfte des Landes – Städte und Gemeinden aufgrund von Hochwasserschäden als Katastrophengebiete eingestuft. Besonders betroffen waren die Départements Nord und Pas-de-Calais, in denen auch die neue Umweltministerin Agnès Pannier-Runacher am Mittwoch einen ersten Zwischenbericht zur Prävention von Hochwassern vorstellte.

Klimawandel verschärft die Situation

Die anhaltend starken Regenfälle und die zunehmend instabilen Wetterverhältnisse – eine Folge des Klimawandels – lassen die Gefahr von Hochwasser weiter ansteigen. „Diese extremen Niederschläge werden nicht weniger werden, ganz im Gegenteil“, warnte Jean-François Rapin in einem Interview mit France Inter. Der Bericht gehe davon aus, dass Hochwasser und Sturmfluten künftig häufiger auftreten werden.

Fehlende Überflutungsflächen und Pumpkapazitäten

Einer der Hauptkritikpunkte des Berichts betrifft die unzureichende Bewirtschaftung der Flussläufe. „Die Kanäle sind oft nicht breit genug, nicht zahlreich genug. Es fehlt an Überflutungsflächen“, erklärt Rapin. Diese Flächen sind notwendig, um Flüssen bei Hochwasser die Möglichkeit zu geben, in kontrollierten Bereichen über die Ufer zu treten. Der Bericht stellt fest, dass diese natürlichen Managementmethoden in Frankreich nicht ausreichend genutzt werden, während Länder wie die Niederlande, die teilweise unter dem Meeresspiegel liegen, in der Vorsorge weitaus weiter seien.

Zudem weist der Bericht auf erhebliche Defizite im Katastrophenschutz hin. Die Feuerwehr- und Rettungsdienste (SDIS) berichten von einem Mangel an Hochleistungspumpen. Während der letzten Hochwasserkatastrophen musste Frankreich Pumpen aus der Slowakei ausleihen, um die Wassermassen bewältigen zu können. Auch an Hubschraubern für Rettungseinsätze mangele es.

Politische Entscheidungen erforderlich

Angesichts dieser Mängel fordert Jean-François Rapin, dass die Regierung unter Premierminister Michel Barnier die Empfehlungen des Senatsberichts ernst nimmt. Gerade im Kontext der laufenden Budgetverhandlungen für 2025, bei denen das neue Kabinett erhebliche Einsparungen plant, sei es entscheidend, die richtigen Prioritäten zu setzen. „Wir sind uns bewusst, dass wir nicht in jedem Département einen Hubschrauber stationieren können. Aber wenn wir eine 100-prozentige Sicherheit anstreben, ist das eine Frage der politischen Entscheidung“, betonte der Senator.

In einer Zeit, in der extreme Wetterereignisse immer häufiger werden und sich die Auswirkungen des Klimawandels verstärken, wird der Umgang mit Naturkatastrophen wie Hochwassern zu einer immer dringlicheren Aufgabe. Der Senatsbericht zeigt deutlich, dass Frankreich in Sachen Hochwasserschutz noch viel aufzuholen hat – sowohl in Bezug auf die Prävention als auch auf die Ausstattung der Rettungskräfte.

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