Tag & Nacht


Die jüngsten Ereignisse in Venezuela haben auf einer Notfallsitzung der Vereinten Nationen ein breites negatives Echo gefunden. Im Mittelpunkt steht die militärische Intervention der Vereinigten Staaten in Caracas, die zur Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro führte. Alliierte der USA, darunter auch Frankreich, verurteilten diese Aktionen als Verstoß gegen das Prinzip der staatlichen Souveränität und das Völkerrecht.

Diese Entwicklungen werfen weitreichende Fragen bezüglich der internationalen Ordnung und der Rolle von Militärmacht in der internationalen Politik auf. Während die USA ihre Aktion als notwendigen Schritt zur Wiederherstellung der Demokratie in Venezuela beschreiben, sehen Kritiker darin eine gefährliche Missachtung internationaler Normen. Dies könnte langfristige Auswirkungen auf die Stabilität in der Region und die internationale Wahrnehmung der USA haben.

Die aktuelle Situation stellt auch für die Interimspräsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, eine erhebliche Herausforderung dar. Sie führt eine Regierung, deren Legitimität international stark umstritten ist, und muss nun sowohl interne Unterstützung sichern als auch auf externen Druck reagieren.

China und Russland beobachten genau



Trump hat sein Eingreifen in Venezuela mit der sogenannten Trump-Korollarregel gerechtfertigt, die in seiner kürzlich veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie dargelegt ist. Darin wird das Recht beansprucht, die „amerikanische Vormachtstellung in der westlichen Hemisphäre wiederherzustellen“.

Ob – falls die USA die westliche Hemisphäre für sich beanspruchen – auch China dasselbe in Asien oder Russland in Europa tun dürfe, hat Trump nicht gesagt. Doch: Der Präzedenzfall, den er gerade geschaffen hat – dass Großmächte in kleinere Staaten einmarschieren und sich deren Ressourcen aneignen – ist etwas, das sich Xi Jinping oder Wladimir Putin in Taiwan oder der Ukraine – und darüber hinaus – zunutze machen könnten.

Noch ist es zu früh, um eine endgültige Einschätzung zu wagen. Die Lage in Venezuela könnte sich deutlich verschärfen. Die Widerstände gegen die Vereinigten Staaten sitzen tief in der von Hugo Chávez begründeten revolutionären Bewegung. Analysten meinen, dass Rodríguez zunächst mächtige Akteure wie den Innenminister und den Verteidigungsminister besänftigen müsse – sie kontrollieren die Streitkräfte, die Polizei, paramilitärische Gruppen und weite Teile der Geheimdienste.

Die Parallelen zu Taiwan und zur Ukraine haben ihre Grenzen. Russland hat bereits gezeigt, dass es bereit ist, in der Ukraine sowohl illegal als auch unverblümt zu handeln. Und Taiwan ist eine lebendige Demokratie, kein korrupter autoritärer Staat – zudem stellt es jene hochentwickelten Mikrochips her, auf die die USA angewiesen sind.

Dennoch hat Trump die globale Ordnung gesprengt, die die Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg mit aufgebaut hatten – eine Ordnung, in der das Völkerrecht zumindest theoretisch dazu diente, rohe Macht zu zügeln.

Wir leben heute in einer anderen Welt.


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Aus einer umfassenden Analyse der vorliegenden Nachrichten kristallisiert sich ein vielschichtiges Bild der aktuellen geopolitischen Dynamiken heraus. Die weiteren Entwicklungen müssen genau beobachtet werden, um deren langfristige globale Auswirkungen zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren.

Von Andreas Brucker

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