Moderna wird vorgeworfen, seine europäischen Einnahmen in die Schweiz zu verschieben

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Macht sich Moderna der Steueroptimierung schuldig? Dies ist die Ansicht der niederländischen NGO Somo, die behauptet, dass der Hersteller seine gesamten europäischen Einnahmen an eine neu gegründete Tochtergesellschaft in der Schweiz, die Moderna Switzerland GmbH, überweist.

Dieser Name war fast allen von uns vor der Covid-19-Pandemie wahrscheinlich unbekannt: Moderna. Heute ist das amerikanische Unternehmen, das von dem Franzosen Stéphane Bancel geleitet wird, dank seines Covid-19-Impfstoffs, der in Rekordzeit produziert wurde, allen bekannt. Das Unternehmen ist inzwischen mehr als 100 Milliarden Dollar wert. Moderna soll in Europa mindestens 6 Milliarden Euro mit dem Erlös des Impfstoffs gegen Covid-19 verdient haben. Die Europäische Union hat mehr als 300 Millionen Dosen bei dem Unternehmen bestellt, das jede Dosis für 18 Euro verkauft (im Vergleich zu 1,78 Euro für den Impfstoff von AstraZeneca).

Aber nun gibt es einen Schatten am Horizont: Moderna hat Berichten zufolge seine gesamten europäischen Gewinne in eine neu gegründete Gesellschaft in der Schweiz, die Moderna Switzerland GmbH, verlagert. Dies wurde von der NGO Somo aufgedeckt, die Moderna der Steueroptimierung bezichtigt.

Steuervorteile in der Schweiz und Delaware
Die europäischen Einnahmen von Moderna wurden demzufolge in den Schweizer Kanton Basel geleitet. Das Pharmaunternehmen lobte den geografischen Aspekt der Schweiz, so dass das Land zu einem echten Pharma-Hub werden würde. Die NGO Somo hingegen hob die Steuervorteile der Schweiz hervor, insbesondere im Kanton Basel mit seinem niedrigen Steuersatzes.

Somo wirft dem Pharmaunternehmen außerdem vor, seine Patente im US-Bundesstaat Delaware zu registrieren, der für seine niedrige Besteuerung von Patenteinkünften (Lizenzen) bekannt ist. Der Hauptsitz von Moderna hingegen befindet sich in Massachusetts.

Die niederländische Nichtregierungsorganisation Somo räumt jedoch “ein hohes Maß an Unsicherheit” hinsichtlich ihrer Berechnungen ein, da bisher die offizielle Veröffentlichung der Jahresabschlüsse der Schweiz GmbH nicht erfolgt ist.


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