Tag & Nacht

Nach dem historischen Erfolg des Rassemblement National bei den Europawahlen sorgte Präsident Macron für eine Überraschung, indem er vorgezogene Parlamentswahlen ankündigte. Diese Entscheidung führte zu Unruhe an den Finanzmärkten.

Reaktionen der Märkte

Am Montag, dem 10. Juni, startete die Pariser Börse mit einem Minus von 2,37%, konnte sich aber später leicht erholen. Diese Reaktion der Investoren war nach der Ankündigung Macrons am Sonntagabend zu erwarten. Andere europäische Märkte reagierten ebenfalls negativ, jedoch weniger stark: Frankfurt verlor 0,7%, Mailand 0,8%, Amsterdam 0,4% und Brüssel 0,9%.

Während die Aktienkurse sanken, stiegen die Zinsen. Der Spread zwischen der deutschen Bundesanleihe und der französischen Obligation assimilable du Trésor (OAT) vergrößerte sich rasch um mehr als fünf Basispunkte. Der Zinssatz für zehnjährige OATs erreichte am Montagmorgen 3,16%. Gleichzeitig fiel der Euro auf seinen niedrigsten Stand seit einem Monat gegenüber dem Dollar, der als sicherer Hafen gilt, auf 1,0757 Dollar pro Euro.

Märkte und Unsicherheit

Die aktuelle Marktreaktion in Paris – ein Rückgang von knapp 2% – spiegelt die Besorgnis der Finanzakteure wider. Märkte hassen Unsicherheit und Instabilität – und genau das bringt die aktuelle politische Lage mit sich. Wichtige Reformen, die bei Investoren beliebt waren, stehen nun auf der Kippe. Darunter befinden sich die Vereinfachung der Verwaltung und das für September geplante neue Arbeitsgesetz. Die Reform der Arbeitslosenversicherung ist nicht betroffen, da sie per Dekret durchgesetzt wird.

Fundamentaldaten der französischen Wirtschaft

Trotz politischer Turbulenzen bleiben die Fundamentaldaten der französischen Wirtschaft stabil: eine hohe, aber kontrollierbare Staatsverschuldung, eine stabile Arbeitslosenquote nahe der Vollbeschäftigung und eine international anerkannte industrielle Attraktivität. Offenbar beunruhigt die Aussicht auf eine Regierung unter dem Rassemblement National die Investoren mehr als die jüngste Herabstufung der französischen Staatsanleihen durch die Ratingagentur Standard and Poor’s (S&P).

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Märkte in den kommenden Tagen entwickeln werden. Die politische Lage in Frankreich hat das Potenzial, noch für einige Zeit Unsicherheit zu schaffen.


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