Tag & Nacht

Inmitten des heißen Wahlkampfs für die französischen Parlamentswahlen 2024 schlägt der Große Rabbiner von Frankreich, Haïm Korsia, Alarm: Der Einsatz von Hass und Antisemitismus als politisches Werkzeug gefährdet die kollektive Hoffnung und die Grundwerte der Republik.

Die Fokussierung auf das Negative

„Die Gewalt und das Anathema haben die Oberhand gewonnen,“ beklagt Korsia. Seine Kritik richtet sich an die extremen politischen Lager – das Rassemblement National (RN) und La France Insoumise (LFI). „Solche Methoden bringen nie einen konstruktiven Ideenaustausch, der das Herz unserer Demokratie in Frankreich ist,“ so Korsia weiter. Der Missbrauch von Antisemitismus als Wahlstrategie sei moralisch verwerflich und politisch destruktiv.

Der Wunsch nach echten Themen

Für Korsia sollte der Wahlkampf auf Themen wie Kaufkraft, republikanische Hoffnung und Brüderlichkeit fokussieren. „Wer spricht noch über die Schwachen und die Ausgegrenzten?“ fragt er rhetorisch. Es scheint, als würden die wirklichen Sorgen der Menschen in der hitzigen Atmosphäre des Wahlkampfs untergehen.

Appell gegen Extreme

Am Donnerstag veröffentlichte die Zeitung Le Figaro eine kollektive Stellungnahme, in der verschiedene Persönlichkeiten, darunter der Historiker Georges Bensoussan und der Philosoph Pierre-André Taguieff, dazu aufriefen, die linke Koalition um die Partei LFI zu blockieren. Diese Gruppe wirft der LFI (La France Insoumise) vor, antisemitische Strategien zu nutzen. Haïm Korsia und andere führende jüdische Institutionen wie der Crif und das Consistoire juif haben jedoch eine eigene Erklärung abgegeben. Ihr Appell lautet: „Nein zum RN und nein zu LFI.“

„Ich verteidige die Werte der Republik,“ betont Korsia. Er sieht in beiden extremen Lagern eine Bedrohung für diese Werte und für die Hoffnungen der Republik.

Der Traum vom breiten Bündnis

Kurz vor dem zweiten Wahlgang der Legislativwahlen träumt der Grand Rabbin von einem breiten, zentralen Bündnis, das die Sozialisten, die Grünen und die Partei Les Républicains (LR) einschließt. Ein solches Bündnis könnte eine stabile und positive Zukunft für Frankreich gestalten – ein Land, das sich auf die Olympischen Spiele 2024 freut und eine Gesellschaft braucht, die von Freude und Glück geprägt ist.

Hoffen wir, dass die Wählerinnen und Wähler diese Botschaft hören und sich für eine Politik entscheiden, die auf den Grundwerten der französischen Republik basiert – eine Politik, die Hoffnungen nährt und die Dunkelheit des Hasses vertreibt.


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