Tag & Nacht


Elitepolizisten und Anti-Terror-Beamte trafen am Sonntag auf der französischen Karibikinsel Guadeloupe ein, um die andauernden Unruhen einzudämmen, die durch Covid-19-Maßnahmen der Regierung ausgelöst worden waren, so die örtlichen Behörden.

In dem französischen Überseegebiet mit rund 400.000 Einwohnern kam es nach der Ankündigung, dass Covid-Impfungen für alle Beschäftigten im Gesundheitswesen obligatorisch sein werden, zu Protesten, die von Zusammenstößen und Plünderungen begleitet wurden.

In der Nacht zum Sonntag nahm die Polizei 38 Personen fest, nachdem Verstöße gegen die Ausgangssperre zu Plünderungen und Brandstiftungen in Geschäften und Apotheken geführt hatten; zwei Polizisten wurden verletzt.

Nach Angaben von Oberst Jean Pierre von der Gendarmerie in Pointe-à-Pitre, der Hauptstadt der Insel, begannen die verstärkten Polizeikräfte kurz nach ihrer Ankunft damit, Straßenbarrikaden der Demonstranten zu beseitigen. Die Barrikaden hatten den Verkehr behindert, so dass die Schulen auf der Hauptinsel Guadeloupe am Montag geschlossen werden mussten, teilte das Bildungsministerium mit. Die Präfektur von Guadeloupe teilte mit, dass Demonstranten auf Sicherheitskräfte und Feuerwehrleute geschossen hätten und dass „organisierte Banden“ in die Unruhen verwickelt seien.



Dreißig Personen werden am Montag in Pointe-à-Pitre wegen mutmasslicher Beteiligung an den Unruhen vor Gericht erscheinen, so Staatsanwalt Patrick Desjardins.

Regierungssprecher Gabriel Attal bezeichnete die Situation als „unerträglich und inakzeptabel“ und versprach ein hartes Vorgehen gegen eine „kleine Minderheit“ von Protestierenden.

Auf Guadeloupe gilt derzeit eine nächtliche Ausgangssperre von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen.

Am Wochenende rief die größte Gewerkschaft Guadeloupes, die UGTG, zu weiteren Protesten auf.

Die Demonstrationen wurden zwar durch die Impfpflicht im Gesundheitswesen ausgelöst, sind aber auch Ausdruck „eines tiefen Leidens, der Ungleichheit, der Armut und der Ausgrenzung der Bevölkerung, insbesondere der Jugendlichen und der älteren Menschen“, so UGTG-Generalsekretärin Maite Hubert M’Toumo.

Seit dem Sommer hat die Impfkampagne in Guadeloupe an Fahrt aufgenommen. 90 Prozent des Gesundheitspersonals und fast die Hälfte der Bevölkerung sind geimpft. In Kontinentalfrankreich liegt die Impfquote bei fast 75 Prozent der Bevölkerung.

Auch auf der Nachbarinsel Martinique wurde für Montag ein Generalstreik ausgerufen.

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