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Ein erster Überblick über die Schäden, die in den letzten Tagen in Neukaledonien entstanden sind, zeigt das enorme Ausmaß der Verwüstung. Die Handelskammer bezifferte die Verluste am Donnerstag, dem 16. Mai, bereits auf rund 200 Millionen Euro.

Verwüsteter Markt und geplünderte Geschäfte

Der größte Markt Neukaledoniens, mit einer Fläche von 6.500 Quadratmetern, wurde am Morgen des 16. Mai vollständig verwüstet. Die Filiale der Supermarktkette Carrefour und die 30 Geschäfte der Einkaufspassage wurden geplündert. 500 Angestellte stehen nun ohne Arbeit da. Die Unternehmer sind verzweifelt und fühlen sich hilflos. Sie sind jedoch nicht die Einzigen, die betroffen sind. In einem anderen Handwerksgebiet wurden ein Poolbauunternehmen und ein Möbelgeschäft in Brand gesteckt. Auch Autohändler gerieten ins Visier der Randalierer und wurden in den letzten Tagen schwer geschädigt.



150 Unternehmen angegriffen

Laut ersten Schätzungen wurden etwa 150 Unternehmen attackiert. Insgesamt sind 2.000 Arbeitsplätze bedroht. Die Handelskammer von Neukaledonien beziffert die Schäden auf mindestens 200 Millionen Euro. Diese Gewaltakte geschehen vor dem Hintergrund einer Wirtschaftskrise, die Neukaledonien derzeit durchlebt. Der französische Archipel ist stark abhängig vom Nickelhandel, der allerdings momentan deutlich schwächelt.

Wirtschaftskrise und soziale Unruhen

Neukaledonien befindet sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage, die durch die aktuellen Ausschreitungen noch verschärft wird. Die Region leidet unter den Auswirkungen des globalen Rückgangs der Nickelpreise, was zu einer erhöhten Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Unsicherheit führt. Diese prekäre Situation hat offenbar den Nährboden für die jüngsten Unruhen bereitet.

Drastische Folgen für die lokale Wirtschaft

Die Zerstörungen betreffen nicht nur die unmittelbaren Schäden an Gebäuden und Infrastruktur, sondern haben auch langfristige Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. Die Zerstörung von Geschäften und Unternehmen bedeutet nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch erhebliche Einkommensverluste für die betroffenen Unternehmer und ihre Angestellten.

Die großflächigen Verwüstungen im größten Markt und Einkaufszentrum Neukaledoniens und die Zerstörung von Geschäften und Betrieben stellen die lokale Wirtschaft vor enorme Herausforderungen. Die wirtschaftlichen Folgen sind schwerwiegend und werden lange nachwirken.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Kann die Region sich von diesen Verwüstungen erholen? Es wird eine konzertierte Anstrengung von Regierung, Unternehmen und der internationalen Gemeinschaft erfordern, um den Wiederaufbau zu unterstützen und die Wirtschaft zu stabilisieren. Kurzfristig wird es zunächst wichtig sein, die Sicherheit zu gewährleisten und weitere Gewalt zu verhindern.

Die Frage, wie schnell die Region wieder auf die Beine kommt, hängt von vielen Faktoren ab, darunter auch von der Fähigkeit der lokalen Führung, effektive Maßnahmen zur Unterstützung der Betroffenen zu ergreifen und das Vertrauen der Bevölkerung wiederherzustellen.

Ein Appell zur Einheit

In Zeiten wie diesen ist es entscheidend, dass die Gemeinschaft zusammenhält und gemeinsam an Lösungen arbeitet. Die aktuellen Ereignisse in Neukaledonien sind ein dringender Weckruf an die französische Regierung für die Notwendigkeit von sozial gerechten Reformen und nachhaltigen wirtschaftlichen Lösungen.

Die Herausforderungen sind groß, aber mit Entschlossenheit und Zusammenhalt kann die Region diese Krise überwinden. Es ist ein langer Weg, aber nicht unüberwindbar. Vielleicht ist gerade jetzt die Gelegenheit, die Grundlagen für eine stabilere und gerechtere wirtschaftliche und politische Zukunft zu legen.


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