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Die Staatsanwaltschaft leitete gegen den Senator eine Untersuchung wegen „Verabreichung einer Substanz an eine Person ohne deren Wissen, die geeignet ist, deren Urteilsvermögen oder die Kontrolle über ihre Handlungen zu beeinträchtigen, um eine Vergewaltigung oder einen sexuellen Übergriff zu begehen“ ein.

Der Senator von Loire-Atlantique Joël Guerriau, der verdächtigt wird, eine Abgeordnete unter Drogen gesetzt zu haben, wurde am Mittwoch, dem 15. November, in Polizeigewahrsam genommen. Der Polizeigewahrsam des Senators wurde am Donnerstagabend verlängert.

Laut der Pariser Staatsanwaltschaft befindet sich der 66-jährige Abgeordnete wegen „Verabreichung einer Substanz an eine Person ohne deren Wissen, die geeignet ist, deren Urteilsvermögen oder die Kontrolle über ihre Handlungen zu beeinträchtigen, um eine Vergewaltigung oder einen sexuellen Übergriff zu begehen“, in Polizeigewahrsam. Für dieses Vergehen drohen dem Mitglied des Senats fünf Jahre Haft und 75.000 EUR Geldstrafe, so die Staatsanwaltschaft.

Laut einer mit dem Fall vertrauten Quelle erzählte die Abgeordnete den Ermittlern, dass sie am Dienstagabend von Joël Guerriau in seine Pariser Wohnung eingeladen worden war. Nachdem sie etwas getrunken hatte, sei ihr schlecht geworden und sie habe die Wohnung des Senators verlassen. Die Abgeordnete erstattete daraufhin Anzeige. Bei medizinischen Untersuchungen wurde sie positiv auf Ecstasy getestet. Allerdings erwähnte die Abgeordnete keine sexuellen Handlungen.

Joël Guerriau wurde von Ermittlern der Kriminalpolizei vernommen. Bei der Hausdurchsuchung, die in seinem Beisein durchgeführt wurde, wurde tatsächlich ein Tütchen Ecstasy gefunden. Auch in seinem Büro im Senat fand eine Durchsuchung statt, ebenfalls in seiner Anwesenheit. Dort wurden jedoch keine Drogen gefunden.

Joël Guerriau ist seit 2011 gewählter Senator im Oberhaus des französischen Parlaments. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Verteidigung und Streitkräfte. Guerriau ist Mitglied der Fraktion Les Indépendants im Senat und trat 2022 der Partei Horizons von Edouard Philippe bei.


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