Tag & Nacht


Der 3. Februar taucht in der Weltgeschichte immer wieder an neuralgischen Punkten auf – mal laut, mal leise, aber selten belanglos.

1959 – „The Day the Music Died“
Bei einem Flugzeugabsturz im US-Bundesstaat Iowa kommen die Musiker Buddy Holly, Ritchie Valens und J. P. „The Big Bopper“ Richardson ums Leben. Der Schock geht weit über die Musikszene hinaus. Rock ’n’ Roll verliert an diesem Tag seine jugendliche Unschuld – und gewinnt gleichzeitig den Mythos des frühen, tragischen Endes. Noch heute steht dieses Datum sinnbildlich für den Moment, in dem Popkultur erwachsen wurde.

1870 – Ein Meilenstein der Bürgerrechte in den USA
Mit der Ratifizierung des 15. Zusatzartikels zur US-Verfassung erhält das Wahlrecht erstmals Verfassungsrang – unabhängig von Hautfarbe oder früherem Sklavenstatus. Der Schritt markiert juristisch einen Fortschritt, auch wenn die gesellschaftliche Realität noch Jahrzehnte hinterherhinkt. Ein bekanntes Muster: Rechtstexte ändern sich schneller als Mentalitäten.

1913 – Der Staat entdeckt die Einkommensteuer
Am 3. Februar tritt in den USA der 16. Zusatzartikel in Kraft. Er erlaubt eine bundesweite Einkommenssteuer. Klingt trocken, wirkt aber bis heute nach. Moderne Staaten, Sozialpolitik und Infrastrukturprojekte hängen direkt mit dieser Entscheidung zusammen. Steuern nerven – aber ohne sie läuft nichts.



1943 – Krieg im eisigen Nordatlantik
Im Zweiten Weltkrieg wird das US-Truppentransportschiff USS Dorchester von einem deutschen U-Boot versenkt. Hunderte Soldaten sterben in den eiskalten Gewässern. Bekannt wird das Unglück auch wegen der selbstlosen Hilfe mehrerer Militärgeistlicher, die ihre Rettungswesten weitergeben. Heldentum zeigt sich manchmal leise – und kostet alles.


🇫🇷 Was geschah am 3. Februar in Frankreich?

Frankreich erlebt an diesem Datum keine Revolution, keinen Thronsturz, keinen Friedensvertrag. Aber gerade die unscheinbaren Tage verraten oft viel über den Zustand eines Landes.

1934 – Politische Eskalation vor dem Sturm
Premierminister Édouard Daladier entlässt am 3. Februar mehrere Minister sowie den Pariser Polizeipräsidenten Jean Chiappe. Die Entscheidung wirkt wie ein Funke im Pulverfass. Rechte, nationalistische und monarchistische Gruppen mobilisieren massiv gegen die Regierung.

Nur drei Tage später, am 6. Februar 1934, eskalieren die Proteste in Paris zu schweren Straßenschlachten mit Toten und Verletzten. Viele Historiker sehen in den Ereignissen rund um den 3. Februar den Auftakt zu einer der schwersten innenpolitischen Krisen der Dritten Republik.
Frankreich steht damals an einem Scheideweg – Demokratie oder autoritäre Versuchung?


Warum lohnt sich der Blick auf diesen Tag?

Der 3. Februar zeigt, wie unterschiedlich Geschichte funktioniert. Manchmal stirbt eine Musiklegende und verändert Generationen. Manchmal fällt eine Verwaltungsentscheidung, die ein ganzes Land ins Wanken bringt. Und manchmal legt ein Gesetz den Grundstein für staatliche Strukturen, die wir heute für selbstverständlich halten.

Geschichte schreit nicht immer.
Manchmal räuspert sie sich nur – und alles ändert sich trotzdem.

Oder anders gefragt: Wie viele scheinbar unspektakuläre Tage von heute stehen morgen in den Geschichtsbüchern?

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