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Christophe Béchu, der französische Umweltminister, hat einen Plan angekündigt, der nicht nur das Bewusstsein für die Wasserknappheit in den Pyrénées-Orientales schärfen, sondern auch die notwendige Infrastruktur verbessern soll. Dieser Plan, der am 22. Mai in Canet-en-Roussillon vorgestellt wird, bringt jedoch auch unangenehme Nachrichten mit sich: Die Wasserpreise werden „natürlich“ steigen.

Warum steigt der Wasserpreis?

Das Argument des Ministers ist klar: Wasser ist eine kostbare Ressource, und die bestehenden Investitionen sind unzureichend. „Wir stehen vor einer seltenen Ressource und sind unterinvestiert“, erklärt Béchu. Die Notwendigkeit, das Wasserversorgungsnetz zu modernisieren, ist offensichtlich. In Frankreich gehen durchschnittlich 20 % des Wassers durch Lecks in Leitungen verloren. In vielen Gemeinden des Departements Pyrénées-Orientales sind es sogar 33 % – ein alarmierendes Zeichen für ein marodes System, das dringend renoviert werden muss.

Projekte zur Wasserwiederverwendung

Ein zentraler Punkt in Béchus Plan sind sieben Projekte zur Anpassung des Departements an die Wasserknappheit. Diese Projekte, die mit zehn Millionen Euro vom Staat unterstützt werden (was etwa 50 % der Finanzierung ausmacht), zielen insbesondere darauf ab, die Wiederverwendung von Abwasser zu intensivieren. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die Wasserressourcen effizienter zu nutzen und die Versorgung langfristig zu sichern.

Die Kostenfrage

Laut Béchu ist die Erhöhung des Wasserpreises unvermeidlich und gerechtfertigt. „Ein kleiner, aber beständiger und langfristiger Beitrag ermöglicht es uns, erheblich zu investieren“, sagt er. Die geplanten Arbeiten an den Wasserleitungen sind eine Investition für die nächsten 50 bis 60 Jahre. Diese Erhöhung wird nur einige Euro pro Monat und Haushalt ausmachen, ist jedoch notwendig, um langfristige Probleme wie Wasserknappheit und teure Notfallmaßnahmen zu vermeiden.

Vergleich mit anderen Regionen

In anderen Teilen Frankreichs sind die Wasserpreise höher als in den Pyrénées-Orientales. Hier sind die Preise derzeit im Durchschnitt etwa 30 % niedriger. Béchu betont, dass die zusätzlichen Kosten pro Haushalt relativ gering sind, aber entscheidend, um die notwendigen Investitionen zu finanzieren. Diese Investitionen verhindern zukünftige Engpässe und sichern die Wasserversorgung.

Langfristige Vorteile

Die Alternative, so Béchu, wäre, im Ernstfall teure Wasserflaschen aus dem Supermarkt kaufen zu müssen. Dies würde das Budget der Haushalte weitaus mehr belasten als die schrittweise Erhöhung der Wasserpreise zur Finanzierung der notwendigen Infrastrukturmaßnahmen. „Es gibt kaum etwas Wichtigeres als Wasser“, fügt er hinzu.

Die Ankündigung von Christophe Béchu mag auf den ersten Blick beunruhigend wirken, doch sie ist ein notwendiger Schritt, um die Wasserversorgung in den Pyrénées-Orientales nachhaltig zu sichern. Die geplanten Investitionen und die daraus resultierenden Preiserhöhungen sind ein notwendiges Übel, um langfristige Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die wertvolle Ressource Wasser zu schützen. Ein Plan, der in seiner Tragweite vielleicht erst in einigen Jahren vollständig gewürdigt werden kann, aber bereits jetzt die Weichen für eine sichere und nachhaltige Zukunft stellt.


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