Tag & Nacht

Die aktuellen Berichte zum Zustand der französischen Grundwasservorräte sind erfreulich. Dank der reichlichen Regenfälle im Frühjahr hat sich die Situation der Grundwasserspeicher weiter verbessert. Der Mai-Bericht des Büros für Geologische und Bergbauuntersuchungen (BRGM) zeigt, dass die Grundwasservorräte in vielen Regionen Frankreichs in einem guten Zustand sind, was auf eine Entspannung für den Sommer hindeutet. Allerdings gibt es auch einige Regionen, die weiterhin von Trockenheit betroffen sind.

Positive Entwicklungen dank Frühlingsregen

Am 1. Mai lagen 65 % der Grundwasservorräte in Frankreich über dem Durchschnitt, wobei 21 % sogar sehr hohe Wasserstände aufwiesen. Im Gegensatz dazu lagen 22 % unter dem Durchschnitt, darunter 4 % auf sehr niedrigem Niveau, insbesondere im Roussillon und Teilen Korsikas. Im Vergleich zum Vormonat zeigt sich eine leichte Verbesserung: Am 1. April lagen 58 % der Grundwasservorräte über dem Durchschnitt, während 27 % darunter lagen.

Besonders erfreulich ist der Vergleich zum Vorjahr: Im Mai 2023 waren 68 % der Grundwasservorräte unter dem Durchschnitt, was damals als sehr besorgniserregend galt. Die derzeitige Verbesserung ist vor allem auf die überdurchschnittlichen Niederschläge in den Monaten März und April zurückzuführen. Violaine Bault, Hydrogeologin beim BRGM, betonte, dass sich die Situation dank einer „sehr überdurchschnittlichen Auffüllung“ der Grundwasservorräte vollständig gewendet habe.

Regionale Unterschiede

Der April war in Frankreich klimatisch sehr unterschiedlich. Während der Monat insgesamt wärmer als gewöhnlich war – bereits der 27. Monat in Folge mit überdurchschnittlichen Temperaturen – war das Niederschlagsmuster uneinheitlich. Im Norden und im östlichen Zentrum Frankreichs waren die Niederschläge überdurchschnittlich, während der Südwesten, die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur und Korsika unter einem Niederschlagsdefizit litten.

Im Mai setzte sich der Trend insofern fort, als dass in einigen Teilen Frankreichs weiterhin viel Regen fiel, was die günstige Entwicklung des Winters fortsetzte. Das BRGM zeigt sich daher optimistisch hinsichtlich der Wasservorräte für den Sommer. Dennoch ist Vorsicht geboten: Einige Regionen müssen sich mal wieder auf eine mögliche Wasserknappheit und Einschränkungen vorbereiten.

Herausforderungen in den Pyrénées-Orientales

Eine der am stärksten betroffenen Regionen ist Pyrénées-Orientales. Diese Region leidet seit zwei Jahren unter extremer Trockenheit. Die anhaltende Dürre zeigt die Auswirkungen des Klimawandels, der in dieser Region zu weniger Niederschlägen und einer erhöhten Verdunstung führt.

Um die Wasserknappheit zu mildern, hat die französische Regierung 10 Millionen Euro bereitgestellt. Dieses Geld soll sieben Projekte finanzieren, die vor allem die Wiederverwendung von Abwasser intensivieren sollen. Ziel ist es, die Wasserversorgung in der Region zu stabilisieren und die Auswirkungen der Dürre abzumildern.

Ausblick auf den Sommer

Die Prognosen für den Sommer sind insgesamt optimistisch. Das BRGM geht davon aus, dass sich die positive Entwicklung der Grundwasservorräte fortsetzen wird, auch wenn in einigen Regionen gegen Ende des Sommers wieder Spannungen auftreten könnten. Die Kombination aus regelmäßigen Niederschlägen und gezielten Maßnahmen zur Wasserbewirtschaftung sollte jedoch helfen, die Wasserversorgung insgesamt zu sichern.

Für viele Teile Frankreichs bedeutet dies eine Entwarnung – zumindest vorerst. Doch der Klimawandel bleibt eine Herausforderung, die langfristige Lösungen erfordert. Es bleibt wichtig, nachhaltige Strategien zu entwickeln, um die Wasservorräte auch in Zukunft zu sichern.

Dank der ergiebigen Regenfälle im Frühjahr präsentiert sich die Situation der französischen Grundwasservorräte derzeit erfreulich. Die meisten Regionen profitieren von überdurchschnittlichen Wasserständen, und die Aussichten für den Sommer sind positiv. Dennoch bleiben einige Gebiete, wie die Pyrénées-Orientales, von extremer Trockenheit betroffen. Hier sind nachhaltige Lösungen und zusätzliche Maßnahmen notwendig, um die Wasserversorgung langfristig zu sichern. Der kommende Sommer wird zeigen, wie gut Frankreich auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet ist und welche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden können.


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