Tag & Nacht

Am 14. Mai erschütterte ein gewaltsamer Überfall auf einen Gefängnistransporter an der Autobahn-Mautstelle in Incarville, Eure, die Öffentlichkeit: Zwei Justizvollzugsbeamte kamen dabei ums Leben, drei weitere wurden schwer verletzt. Der Vorfall hat eine massive Blockade vieler Justizvollzugsanstalten zur Folge. Die Ermittler befürchten eine Flucht des befreiten Häftlings und seiner Komplizen ins Ausland.

Die Attacke hat nicht nur die Beamten getroffen, sondern auch eine tiefe Betroffenheit und einen Schock in den Strafanstalten ausgelöst. Der dramatische Vorfall wirft zahlreiche Fragen zur Sicherheit und zum Schutz der Justizvollzugsbediensteten auf.


Der befreite Gangster, Mohamed Amra, ist bekannt für seine Verwicklungen in den Drogenhandel, versuchten Mord und einer Entführung in Marseille. Er konnte aus dem Gefängnis-Transporter entkommen, befreit von einem schwer bewaffneten und offensichtlich gut vorbereiteten Kommando. Dieser Vorfall hat eine sofortige Großfahndung ausgelöst, um Amra so schnell wie möglich wieder dingfest zu machen.

Direkt nach der Tat begann die Suche nach dem bewaffneten Kommando. Es wurden zahlreiche Strassensperren errichtet, um eine Flucht der Täter zu verhindern. Die Ermittler stehen inzwischen unter enormem Druck, da die Flüchtigen bereits in verschiedene Richtungen entkommen sein könnten. Ein Mangel an Spuren erschwert die Fahndung erheblich.

Jacques Morel, ein ehemaliger hochrangiger Offizier der Gendarmerie, äußert die Befürchtung, dass Amra versuchen könnte, ins Ausland zu fliehen, möglicherweise in Richtung Maghreb (Nordafrika) oder Spanien. Die Vorbereitung des Überfalls und die Umstände lassen darauf schließen, dass auch die anschliessende Flucht genauestens vorbereitet wurde.

Die Kontrolle der Grenzen stellt eine bedeutende Herausforderung dar, da sie schwer lückenlos zu überwachen sind. Die Ermittler setzen alles daran, Amra vor einer möglichen Flucht ins Ausland zu fassen. Die Sorge um eine internationale Flucht macht die Fahndung zu einer Angelegenheit von höchster Dringlichkeit und internationaler Tragweite.

Der Überfall im Detail

Laut Zeugenberichten und Überwachungsvideos erwartete ein schwarzer Peugeot den Gefangenentransporter bereits einige Minuten an der Mautstelle. Kaum hatte der Transporter die Schranke passiert, fuhr der Peugeot ihm entgegen und rammte ihn frontal. Aus dem Wagen stiegen zwei vermummte Männer in dunklen Kleidern, bewaffnet mit Sturmgewehren, gefolgt von weiteren Angreifern aus einem zweiten Fahrzeug, das den Transporter von hinten „sandwichartig“ einschloss. Bei dieser brutalen Aktion wurden ein oder zwei Beamte direkt erschossen. Es gab Gegenwehr von den Beamten, jedoch ohne bestätigte Verletzungen unter den Angreifern, die mit dem Gefangenen flüchteten.

Die Polizei fand später zwei ausgebrannte Limousinen deutscher Herstellung in den Gemeinden Houtteville und Gauville-le-Campagne, die möglicherweise als Fluchtfahrzeuge dienten. Diese Fahrzeuge werden derzeit von der Kriminaltechnik untersucht, um mögliche Spuren der Täter zu sichern und deren Fluchtroute nachzuvollziehen.

Mohamed Amra – eine bekannte Unterwelt-Größe

Mohamed Amra, auch bekannt als „La Mouche“, gilt als Top-Krimineller und seine Gewaltbereitschaft war den Behörden wohl bekannt. Mit 13 Verurteilungen, darunter auch wegen Mordversuchs, war er eine bekannte Figur in der Unterwelt. Interessanterweise hatte Amra bereits am Tag vor dem Überfall versucht, die Gitterstäbe seiner Zelle zu sägen, wurde jedoch entdeckt und in den Disziplinartrakt verlegt.


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