Covid-19: Auf der Café-Terrasse oder im Kino, Frankreich gewinnt ein wenig Freiheit zurück

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Endlich wieder Kino! Ab heute Abend öffnen die meisten Kinos in Frankreich - mit eingeschränkter Besucherzahl.

Diesen Mittwoch tritt Frankreich mit der Öffnung von Café- und Restaurant-Terrassen sowie Kinos und Geschäften mit eingeschränkter Kapazität in eine neue Stufe der Lockerungsstrategie ein. Auch die Sperrstunde wird von 19:00 Uhr auf 21:00 Uhr verlegt.

Ein Kaffee auf der Terrasse, ein Film, ein Besuch im Museum? Ab Mittwoch, dem 19. Mai, ist das wieder möglich und Frankreich gewinnt nach sechsmonatigen Schließungen und einem von einem Virus ruinierten Winter wieder ein wenig Freiheit zurück.

Als Zeugniss dieser neu gewonnenen Freiheit werden Stühle und Tische auf den Bürgersteigen oder auf Holzterrassen aufgestellt, Parkplätze zu Terrassen umfunktioniert.

Seit dem 30. Oktober 2020, also seit mehr als sechseinhalb Monaten, dürfen Cafés und Restaurants nun endlich ihre Kunden wieder bedienen, allerdings nur draußen, bei guter Belüftung und an Tischen mit maximal sechs Personen.

Ein nur teilweises Aufatmen für eine schwer betroffene Branche, denn nur etwa 40% der Restaurants, Cafés und Bars haben eine Terrasse. Aber für viele hat das Reservierungstelefon diese Woche nicht aufgehört zu klingeln und der lang erwartete Umsatz sollte trotz Wetterkapriolen in Teilen des Landes nicht ausbleiben.

Wenn man kein Getränk auf einer Terrasse sucht, kann man stattdessen in Kinos, Theater oder Museen gehen, trotz der Kapazitätsbeschränkungen und Hygieneregeln, die hier noch gelten, um das Risiko der Verbreitung von Covid-19 zu begrenzen.

Ein weiteres Zeichen für die Rückkehr zu einer Form von Normalität ist, dass alle Geschäfte wieder öffnen können, von Spielzeugläden bis hin zu Bekleidungsgeschäften, von denen einige einen Umsatzrückgang von 40% zu verzeichnen hatten. Allerdings mit einer Regel von einem Kunden pro 8 m².

Ein Jahr und zwei Monate nach Beginn der Epidemie, die in Frankreichs Krankenhäusern etwa 108.000 Menschen getötet hat (187 davon allein am gestrigen Dienstag) und die die öffentlichen Finanzen in drei Jahren voraussichtlich 424 Milliarden Euro kosten wird, bleibt die Freiheit jedoch noch begrenzt. Die Ausgangssperre, seit dem 16. Januar in ganz Frankreich gültig, begann zuerst um 18 Uhr, dann um 19 Uhr, wird an diesem Mittwoch auf 21 Uhr verlegt.

Die Lockerungen des heutigen Mittwoch markieren die zweite Etappe des Ende April von Emmanuel Macron angekündigten Vier-Phasen-Plans, der am 9. Juni mit der kompletten Öffnung von Cafés und Restaurants , weniger strengen Hygieneregeln und einer auf 23 Uhr verschobenen Ausgangssperre fortgesetzt werden soll, um dann am 30. Juni, wenn es die Situation erlaubt, mit einer vollständigen Abschaffung der Einschränkungen enden soll .

Aber, auch wenn die Verbreitung des Virus seit vier Wochen zurückgegangen ist, ist es noch lange nicht verschwunden. Im Durchschnitt werden jeden Tag immer noch etwa 14 000 neue Fälle registriert. In einer Stellungnahme, die der Regierung am 6. Mai vorgelegt wurde, warnte der wissenschaftliche Beirat, vor dem “Auftreten einer möglichen 4. Welle im Sommer 2021, die durch einen überstürzten Ausstieg” aus den sanitären Schutzbestimmungen ausgelöst werden könnte.

Vorerst hat die Verlangsamung der Epidemie jedoch zu einem Rückgang der Patientenzahlen in den Krankenhäusern geführt. Etwas mehr als 22.000 Patienten mit der Diagnose Covid-19 wurden am Dienstag in einem Krankenhaus behandelt (gegenüber mehr als 30.000 im April). Das ist die niedrigste Zahl seit Ende Oktober. Von diesen Patienten wurden 4.015 auf einer Intensivstation behandelt, gegenüber fast 4.200 am Vortag.

Parallel dazu wird natürlich auch die Impfkampagne fortgesetzt. Bis Dienstagabend hatten 21 Millionen Menschen eine erste Injektion erhalten und 9,1 Millionen sind mit zwei Dosen geimpft worden. Das heisst, dass jetzt 13, 6% der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft sind.


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