Covid-19: Belgische Ministerin enthüllt vertrauliche Impfstoffpreise

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Eva De Bleeker (Open VLD), belgische Ministerin für den Haushalt, veröffentlichte am Donnerstag, den 17. Dezember, eine Tabelle mit den Beträgen, die ihre Regierung den Impfstoffherstellern zugesagt hat. Diese Informationen sollten eigentlich vertraulich bleiben.

Der Patzer ist nicht unbemerkt geblieben. Am Donnerstag, 17. Dezember, gab eine belgische Ministerin die Preise für Impfstoffe gegen Covid-19 bekannt. Der Europäischen Kommission war es peinlich, daran erinnern zu müssen, dass die Informationen eigentlich vertraulich bleiben sollten.

Belgiens Ministerin für den Haushalt, Eva De Bleeker (Open VLD), postete auf Twitter eine Tabelle mit den Beträgen, die ihre Regierung den Herstellern der bestellten Impfstoffe zugesagt hat. In der Tabelle sind die in der Europäischen Union berechneten Stückpreise für jeden der sechs bestellten Impfstoffe aufgeführt. “Alles, was Informationen wie den Preis von Impfstoffen betrifft, fällt unter die Vertraulichkeit, das ist eine sehr wichtige Verpflichtung”, reagierte Stefan De Keersmaecker, ein Sprecher der EU-Exekutive, beim täglichen Pressebriefing in Brüssel.

Die Europäische Kommission in einer heiklen Lage
Die Öffentlichkeit erfuhr, dass die Impfstoffpreise von 1,78 Euro für das Schweizer Unternehmen AstraZeneca bis zu 14,70 Euro für das amerikanische Unternehmen Moderna reichten. Der Tweet der ministerin wurde schnell gelöscht, aber Screenshots blieben natürlich im Umlauf. “Ich wollte transparent sein, vielleicht ein bisschen zu transparent”, sagte Eva De Bleeker, die diese Enthüllungen während einer Debatte über den Haushalt machte. Die Ministerin versicherte, dass ihr Patzer nichts gefährde und die Lieferung von Impfstoffen nach Belgien nach wie vor gesichert sei.

Die Offenlegung der Impfstoffpreise könnte die Europäische Kommission in eine heikle Lage bringen. Die Vertraulichkeit “liegt im Interesse der Unternehmen, aber auch im Interesse der laufenden Verhandlungen mit anderen Impfstoffentwicklern”, erklärt Stefan De Keersmaecker. Auch der amerikanische Konzern Pfizer reagierte auf den Fauxpas der belgischen Ministerin. “Diese Preise sind durch eine Vertraulichkeitsklausel im Vertrag mit der Europäischen Kommission geschützt. Insoweit dies bestätigen, aber wir werden keine weiteren Kommentare abgeben”, reagierte Elisabeth Schraepen, Sprecherin von Pfizer Benelux.


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