Covid-19: Können wir in Frankreich bereits einen Effekt der Impfung messen?

137
Sind bereits jetzt schon Auswirkungen der Impfkampagne zu sehen?

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus begann am 27. Dezember in Frankreich. Seitdem sind mehr als drei Millionen Dosen verabreicht worden. Sind die Auswirkungen dieser Impfung in dem Land bereits zu spüren?

Trägt die Impfkampagne gegen das Coronavirus in Frankreich Früchte? Es ist “extrem früh”, um dies zu bestätigen, antwortet Yves Buisson, Epidemiologe, Mitglied der Nationalen Akademie für Medizin, “aber es ist bereits möglich, einige Effekte in Altersheimen zu sehen”.

Was sagen die Zahlen dazu? Zur Erinnerung: Die Anzahl der verstorbenen Alters- oder Pflegeheimbewohner wird jeden Dienstag und Freitag aktualisiert. In zwei Wochen diese zahl von über 110 Todesfällen auf durchschnittlich weniger als 70 Todesfälle pro Tag gesunken. Die Inzidenzrate (Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohner in der Woche vom 15. bis 21. Februar) ist insgesamt bei Senioren, nicht nur bei Altersheimbewohnern, rückläufig. Die Inzidenzrate ist bei Menschen im Alter von 80 Jahren und älter innerhalb von zwei Wochen um mehr als 30% gesunken, verglichen mit einem Rückgang von 10% für alle Altersgruppen.

Am 18. Februar, als diese Zahlen erhoben wurden, hatten fast 25% der sehr alten Franzosen mindestens eine Dosis des Impfstoffs erhalten, und 9% hatten bereits beide Dosen erhalten. Deshalb gibt es tatsächlich einen Rückgang der Ansteckungen und Erkrankungen in Altersheimen, was normal ist, weil die Impfung dieser Bevölkerungsgruppe vorrangig durchgeführt wurde.

Aber es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Auswirkungen der Impfung nicht unmittelbar einsetzen. Bei Impfstoffen vom Boten-RNA-Typ, wie Pfizer-BioNTech und Moderna, beobachtet man 12 Tage nach der ersten Injektion einen Schutz gegen Covid-19, aber er ist noch nicht vollständig. Drei bis vier Wochen nach der ersten Injektion entwickelt der Patient dann einen 50- bis 90-prozentigen Schutz gegen die symptomatischen Formen der Krankheit. Es ist erst die zweite Dosis, die anschliessend eine Garantie für maximalen Schutz bietet.

Es ist daher schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, zu sagen, dass der Rückgang dieser jüngsten Zahlen allein auf die Impfkampagne zurückzuführen ist.

“Wir müssen schneller werden”
Mit dem Vorhandensein der Varianten ist erscheint es jetzt notwendig, dass so schnell wie möglich 70% der Gesamtbevölkerung geimpft werden, damit Auswirkungen auf die Ansteckungsrate zu sehen sind. In Frankreich ist man davon aber noch weit entfernt. “Wir müssten mindestens 400.000 Menschen pro Tag impfen und dafür haben wir nicht die nötigen Dosen”, sagt Yves Buisson.

Laut dem letzten Bericht der Generaldirektion für Gesundheit wurden zwischen Donnerstag, dem 18. Februar, und Freitag, dem 19. Februar, in Frankreich insgesamt 154.773 Erst- und Zweitdosen verabreicht. Die Regierung hat damit begonnen, bestimmte Zielgruppen zu impfen, um die Sterblichkeit zu reduzieren und die Anspannung in den Krankenhäusern zu senken, jetzt sollte man so weit wie möglich beschleunigen und eine globalere Impfkampagne starten.

Die Regierung hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Sommer 2021 70 Millionen Menschen zu impfen. Emmanuel Macron hat seinerseits zugesichert, dass sich alle erwachsenen Franzosen, die dies wünschen, bis zum 22. September impfen lassen können. Verzögerungen bei der Auslieferung der bestellten Impfdosen, wie bei dem Impfstoff von AstraZeneca, können den Prozess allerdings verlangsamen und damit das Erreichen dieses Ziels schwieriger machen.


Du möchtest immer die neuesten Nachrichten aus Frankreich?
Abonniere doch unseren Newsletter!





Ein exklusives Angebot für unsere Leser.
Weil du es uns wert bist!

Tipp der Redaktion

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here