Covid-19: warum sich in den nächsten Wochen immer mehr Geimpfte anstecken werden

327

In Frankreich stellt man fest, dass immer mehr Menschen, die bereits geimpft wurden, mit dem Virus infiziert sind. Hier die Gründe, warum das ganz normal ist.

Es ist eine Tatsache, die die Impfgegner für ihre Argumentation gerne nutzen: Viele Menschen, die bereits vollständig gegen Covid-19 geimpft wurden, haben sich mit dem Virus infiziert. Dies ist unter anderem in Israel der Fall, wo der ehemalige Generaldirektor des Gesundheitsministeriums erklärt hat, dass 40% der Fälle von Covid-19, die in letzter Zeit im Land registriert wurden, Menschen betreffen, die ihren Impfplan vollständig abgeschlossen haben. Das Gleiche gilt für Großbritannien, wo laut Public Health England 39% der Patienten über 50, die derzeit mit Covid-19 im Krankenhaus liegen, vollständig geimpft sind.

Dies ist ein Grund zur Besorgnis, da viele Epidemiologen im kommenden Herbst eine vierte Pandemiewelle in Frankreich befürchten. Die Ansteckung mit Covid-19 von geimpften Personen ist jedoch aus mehreren Gründen ganz normal.

Impfstoffe sind nicht zu 100% wirksam
Die Impfstoffe, die heute von den Gesundheitsbehörden verabreicht werden, bieten keine absolute Sicherheit gegen Covid-19. Das ist z.B. bei dem Impfstoff von Pfizer / BioNTech der Fall, der in 95% der Fälle die Entwicklung von schweren Formen des Virus verhindern soll. Auch wenn mit diesen Impfstoffen die Übertragung des Virus teilweise verhindert werden kann, wird eine Ansteckung mit Covid-19 nicht verhindert.

Eine Impfung, auch eine vollständige, verhindert also in keinem Fall eine Ansteckung mit dem Virus. Der Mathematiker Jean-Stéphane Dhersin, ein Epidemiespezialist, wird von der Zeitung Le Parisien zitiert: “Je höher die Durchimpfungsrate, desto mehr Menschen werden infiziert, obwohl sie geimpft sind”. Das Phänomen wird in den Ländern beobachtet, in denen am meisten geimpft wird, darunter Großbritannien und Israel: Wenn immer mehr Menschen geimpft werden, gibt es auch immer mehr Menschen, die sowohl geimpft als auch infiziert sind.

Wie ist die Situation in Frankreich?
Dies sind Zahlen, die von den Gesundheitsbehörden vorerst nicht kommuniziert werden. Nur das Institut für Infektionskrankheiten der Universitätsklinik von Didier Raoult in Marseille hat sich mit der Sache befasst. Auf YouTube stellte der Professor eine Grafik vor, die zeigt, dass in Frankreich “die Epidemie zurückgeht, aber der Anteil der Geimpften unter unseren Positiven steigt”.

Laut Professor Didier Raoult waren in Frankreich etwa 2% der Patienten, die zwischen dem 29. März und dem 4. April wegen Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, geimpft. Er schätzt, dass dieser Anteil inzwischen die 6%-Marke erreicht hat. Allerdings ist auch die Zahl der Geimpften inzwischen deutlich gestiegen. An diesem Donnerstag wies die Europäische Arzneimittelagentur nochmals darauf hin, dass “neue Daten aus sicheren Studien zeigen, dass zwei Dosen des Impfstoffs auch gegen die Delta-Variante schützen“.

Zusammengefasst kann man also sagen: Eine Impfung schützt nicht zu 100% vor einer Erkrankung. Das Risiko an einer schweren Erkrankungen zu leiden ist allerdings deutlich geringer. Nur eine hohe Durchimpfungsrate schützt die Bevölkerung vor schweren Formen von Covid-19, auch im Fall der bisher bekannten ansteckenderen Varianten.


Du möchtest immer die neuesten Nachrichten aus Frankreich?
Abonniere doch unseren Newsletter!





Ein exklusives Angebot für unsere Leser.
Weil du es uns wert bist!

Tipp der Redaktion