Covid-19: Was haben wir morgen vom Verteidigungsrat für Gesundheitsschutz zu erwarten?

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Viele Franzosen stellen sich die bange Frage, was der Verteidigungsrat heute beschliessen könnte.

An diesem Mittwoch, dem 17. März, tagt im Elysée-Palast ein neuer Verteidigungsrat, der sich mit der Entwicklung der Covid-19-Epidemie befasst. Die Exekutive könnte einen möglichen Lockdown der Region Ile-de-France in Betracht ziehen, die die Schwelle 400 Fälle von Covid-19 pro 100.000 Einwohner überschritten hat.

Am Tag nach dem wissenschaftlichen Rat an diesem Dienstag, 16. März, wird die traditionelle Sitzung des Verteidigungsrats an diesem Mittwoch stattfinden. Die Gelegenheit für die Exekutive, eine Bestandsaufnahme der Epidemiesituation zu machen, während Krankenhäuser und Kliniken in der Region Paris inzwischen an ihre Grenzen gelangen und viele Patienten notfallmäßig in Regionen evakuiert werden, die von Covid-19 weniger betroffen sind.

Auf dem Weg zu einem Lockdown der Ile-de-France?
Dies dürfte der Hauptpunkt des Treffens sein: ein möglicher Lockdown der Ile-de-France. Die Region Ile-de-France hat am Montag die Inzidenzrate von 400 Fällen pro 100.000 Einwohner überschritten, eine kritische Schwelle, die insbesondere von Premierminister Jean Castex am Sonntag in einem Interview angesprochen wurde. Die Region, die fast 30% des französischen Bruttoinlandsprodukts repräsentiert, könnte jetzt den Preis eines “harten” Lockdowns zahlen, da die Marke von 250 Fällen pro 100.000 Einwohner weit überschritten wurde. Das gilt auch für die Alpes-Maritimes, die Stadtteile von Dünkirchen oder das Pas-de-Calais.

Emmanuel Macron warnte am Montag, dass “wir in den kommenden Tagen wahrscheinlich neue Entscheidungen werden treffen müssen”, um die Covid-19-Epidemie zu bekämpfen. Er sprach sich für “angepasste und verhältnismäßige” Maßnahmen je nach den Gebieten aus.

Ein Update zu den Varianten
Es ist bekannt, dass die britische Variante von Covid-19 jetzt in Frankreich die Mehrheit der Ansteckungen übernommen hat. Nach Angaben des Gesundheitsministers Olivier Véran macht die englische Variante des Coronavirus inzwischen mehr als zwei Drittel der täglich neu gemeldeten Fälle in Frankreich aus. In den Alpen macht dieser Stamm sogar 3 von 4 Fällen aus. Laut einer englischen Studie ist der britische Stamm zudem um 64% tödlicher als der klassische Stamm.

Zu dieser Situation kommt die Entdeckung einer neuen “bretonischen” Variante vor vier Tagen hinzu, die in einem Cluster im Krankenhaus von Lannion (Côtes-d’Armor) entdeckt wurde. Auch wenn sie laut DGS “weder eine erhöhte Schwere noch eine stärkere Übertragbarkeit” aufweist, ist diese neue Variante problematisch, da sie mit den PCR-Tests nur schwer zu erkennen. Was der Exekutive einige Schwierigkeiten bereiten wird.

Eine Verlangsamung der Impfkampagne?
Die Ankündigung schlug an diesem Montag, 15. März, wie eine Bombe ein: Mitten im französisch-spanischen Gipfel in Montauban beschloss Emmanuel Macron, den Einsatz des AstraZeneca-Impfstoffs in Frankreich vorübergehend auszusetzen. Diese Entscheidung folgt auf eine Kaskade von Aussetzungen in anderen europäischen Ländern in den letzten Tagen. Das wirft die Frage auf: Kann Frankreich so seine Impfziele noch aufrechterhalten? Jean Castex hatte es bereits am Sonntag angekündigt: Ohne AstraZeneca “werden wir Verzögerungen bei den Impfungen haben, die Franzosen werden weniger geschützt sein und die Gesundheitskrise wird länger dauern.”

Die Aussetzung des britischen Impfstoffs könnte daher schwerwiegende Folgen für die Impfkampagne haben. Folgen, die die Exekutive so schnell wie möglich mindern muss.

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