Covid-19: Wie die Impfung in Frankreich in den nächsten Wochen beschleunigt wird

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Immer mehr grosse Stadien werden zu sogenannten Vaccinodromen umfunktioniert, um die Impfkampagne in Frankreich zu beschleunigen.

Frankreich ist dabei, in eine neue Phase seiner Impfstrategie einzutreten. Der Meilenstein von 10 Millionen Menschen, die mindestens eine erste Injektion erhalten haben, wird in diesem Monat überschritten werden. Während neue Vaccinodrome eröffnet werden, will sich das Land auch auf den Impfstoff von Johnson & Johnson verlassen.

Es ist ein Meilenstein, der in Frankreich in diesem Monat überschritten werden soll: Die Gesundheitsbehörden des Landes gaben das Ziel von mindestens 10 Millionen Erstinjektionen bis Mitte April aus: “Wir werden dieses Ziel einhalten”, sagte das Gesundheitsministerium am Dienstag. Langfristig wollen die Gesundheitsbehörden bis Mitte Mai den Meilenstein von 20 Millionen Impfstoffinjektionen erreichen. Kurz gesagt, es wird darum gehen, in einem Monat das zu tun, was man bisher in dreieinhalb Monaten erreicht hat.

Die Beschleunigung, der Covid-19-Impfkampagne in Frankreich, ist also sehr real. Die Gesundheitsbehörden setzen dabei auf neue Giganten der Impfung: die Vaccinodrome. Das größte Vaccinodrom des Landes öffnete gestern seine Pforten auf dem Sportfeld des Stade de France. Laut der Agence Régionale de Santé d’Île-de-France wird der Standort in der Lage sein, nicht weniger als 10.000 Injektionen pro Woche durchzuführen. Dabei werden ausschließlich Impfstoffe von Pfizer/BioNtech und Moderna verwendet und Menschen über 70 geimpft.

Auf lokaler Ebene beabsichtigt das Vaccinodrome von Toulouse, seine Impfleistung zu verdoppeln. Der Standort wird ab heute an sieben Tagen in der Woche geöffnet sein. Frankreich wird vierzig Standorte haben, die ein solches Tempo einhalten sollen. Doch das Gesundheitsministerium will sich nicht nur auf diese “Giganten” verlassen: “Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass die französische Strategie nur auf Hochleistungs-Impfzentren basiert, die lokale Dienste ersetzen”.

AstraZeneca unter Beschuss
Die andere Möglichkeit ist, auf die Impfung bei Hausärzten zu setzen, die mit AstraZeneca impfen: Fast 100.000 Injektionen mit diesem Impfstoff werden in Frankreich jeden Tag von medizinischem Fachpersonal verabreicht. Das Ministerium spricht von einem “anhaltenden Rhythmus”, der allerdings durch den Verdacht auf Thrombosefälle getrübt wurde: Der Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und dieser Pathologie werde von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) noch untersucht, bestätigte das Ministerium am Dienstag. Aber wenn vor Ort der Impfrhythmus mit AstraZeneca untrennbar mit den Lieferungen verbunden ist, so ist er auch abhängig von dem Vertrauen, das dem Impfstoff entgegengebracht wird.

Seit Beginn der Impfkampagne in Frankreich war die Impfung mit dem anglo-schwedischen Impfstoff einem ständigen Auf und Ab unterworfen: Zwischen dem 6. und 13. März wurden fast 52% der Injektionen im Land mit AstraZeneca durchgeführt. Inzwischen entfallen auf AstraZeneca nur noch etwa 28% der im Land verabreichten Injektionen.

Die bevorstehende Ankunft von Johnson & Johnson
Das Vertrauen der Franzosen gegenüber AstraZeneca wird dadurch jedoch nicht übermässig beeinträchtigt, so die Behörden: “Von Misstrauen kann man insofern nicht sprechen, als bei den Hausärzten der Wunsch besteht, immer mehr Dosen zu bekommen, um Menschen zu impfen, die auf der Warteliste stehen”, so das Gesundheitsministerium.

Neue Chance: Die bevorstehende Ankunft des Impfstoffs von Johnson & Johnson, die für den 19. April geplant ist. Dieser Neuling in der Impflandschaft soll behutsam seinen Einzug halten: Nur 200 000 Dosen, die im Wesentlichen in den Überseegebieten verteilt werden, sollen innerhalb von zehn Tagen ausgeliefert werden. Vor einer eventuellen Erhöhung der Anzahl der Dosen.

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