Tag & Nacht

Von Großbritannien über Spanien bis in die Schweiz – die Auflösung der Nationalversammlung durch Emmanuel Macron nach den Europawahlen hat in den europäischen Medien viele Reaktionen ausgelöst.

In Großbritannien stellt die BBC die Frage, wie Emmanuel Macron zu dem Entschluss kam, die Nationalversammlung aufzulösen, nachdem der Rassemblement National die Europawahlen gewonnen hatte. „Für ihn war die Situation unhaltbar geworden. Es war unmöglich, seine Arbeit zu machen“, erklärt der Korrespondent des öffentlich-rechtlichen Senders in Paris. „Emmanuel Macron geht ein hohes Risiko ein“, fasst die belgische RTBF zusammen, und fügt hinzu, dass der Staatschef aber durchaus nicht seinen eigenen Rücktritt ins Spiel bringen wird.

Kampf gegen die „Extreme“

In Spanien interpretiert der Sender TVE diese Entscheidung Macrons als einen Versuch, die „Extreme“ zu bekämpfen. „Emmanuel Macron will Marine Le Pen nicht die Schlüssel zum Élysée übergeben“, berichtet eine Journalistin des italienischen Senders Rai 1. In der Schweiz wird die Auflösung des Unterhauses der französischen Nationalversammlung als Destabilisierung der Institutionen wahrgenommen. „Wir erleben eine Wiederholung der Präsidentschaftswahlen von 2017 und 2022 mit dem Bild eines vereinigenden Präsidenten. Aber sein Image hat sich nach sieben Jahren im Élysée gewandelt“, analysiert ein Journalist des Senders RTS.

Die internationale Presse nimmt kein Blatt vor den Mund und beleuchtet die verschiedenen Facetten der aktuellen politischen Krise in Frankreich. Was bedeutet das alles für die Zukunft des Landes? Könnte Macrons Wette, das politische Klima zu ändern, wirklich aufgehen, oder führt dies nur zu weiterer Unsicherheit?

Ein heißes Thema

Während sich die Welt weiterdreht und sich die Aufmerksamkeit dser Welt langsam wieder auf andere globale Ereignisse richtet, bleibt die Lage in Frankreich angespannt. Die Diskussionen, die von den europäischen Medien aufgegriffen werden, zeigen, wie bedeutend diese politische Entscheidung über die Grenzen hinaus wahrgenommen wird. Man darf gespannt sein, welche Wendungen die Geschichte noch nehmen wird – wird Macron am Ende als der mutige Reformator gesehen oder als jemand, der seine Macht auf unsicherem Grund aufbaut?


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