Impfung: Das Ziel von 20 Millionen Injektionen fast erreicht

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Mit der Erweiterung des Kreises der für die Impfung in Frage kommenden Personen in dieser Woche ist die Regierung optimistisch, dass sie ihre Ziele bei der Impfkampagne erreichen wird.

Wird Frankreich bis Samstag das Ziel erreichen, dass 20 Millionen Menschen eine erste Injektion eines Impfstoffs gegen Covid erhalten haben? Dann 30 Millionen Mitte Juni? Auf jeden Fall läuft die Impfkampagne auf Hochtouren. Seit Montag können sich Franzosen über 50 Jahre und seit heute alle Franzosen über 18 Jahre – die nicht auf die offizielle Öffnung der Impfkampagne am 15. Juni warten wollen – im Rahmen der “last minute” Initiative mit noch vorhandenen Dosen in den Impfzentren impfen lassen. Diese Möglichkeit, die letzte Woche von Emmanuel Macron persönlich bei der Einweihung des Pariser Vaccinodroms an der Porte de la Villette angekündigt wurde, hat in den letzten Tagen dazu geführt, dass die Reservierungs-Plattformen intensiv daran gearbeitet haben, ihre Software anzupassen und den Franzosen die Möglichkeit zu geben, am Vortag die am nächsten Tag verbleibenden Slots zu buchen.

200.000 Benutzer pro Stunde, um eine “last minute” Reservierung zu erhalten
Die Seite ViteMaDose – die die Termine der vier offiziellen Plattformen Doctolib, Keldi, Maiia und Ordoclic zusammenfasst – hat an einer neuen “Chronodose”-Funktion gearbeitet. Doctolib hatte auch entsprechend geplant, um seine Webseite so anzupassen, dass alles für die Buchungen ab diesem Mittwoch bereit steht. “Wir freuen uns, dass diese Funktionalität ab heute verfügbar ist. Das wird helfen, die Impfkampagne zu beschleunigen”, sagte Stanilas Niox-Chateau, Mitbegründer von Doctolib, gestern Morgen.

Doch vor lauter Begeisterung und Ungeduld der impfwilligen Franzosen erlitten Doctolobib und ViteMaDose gestern Morgen sowohl eine Überlastung der Server – und sorgten auch für ziemliche Enttäuschung, denn die verbleibenden Slots waren nicht wirklich zahlreich. “Wir sehen etwa 200.000 Nutzer pro Stunde im Moment auf ViteMaDose, der Website und der Handy-App. Die Begeisterung für Chronodosen ist groß”, freute sich Guillaume Rozier, der junge Ingenieur, der ViteMaDose und CovidTracker entwickelt hat, gestern um 11 Uhr.

Breiteres Publikum für Impfstoff von AstraZeneca
Ein weiteres Element, das die Impfungen beschleunigen sollte, ist die Stellungnahme der Hohen Behörde für Gesundheit (HAS) zur Erweiterung der Öffentlichkeit für den AstraZenecza-Impfstoff, den ungeliebten unter den vier in Frankreich verfügbaren Impfstoffe: Die Vektor-Impfstoffe von Johnson & Johnson (Janssen) und AstraZeneca sowie die beiden RNA-Messanger-Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und Moderna.

Die HAS soll an diesem Mittwoch über eine mögliche Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffs für Impfwillige aller Altersgruppen gegen Unterschrift einer Freistellungserklärung Stellung nehmen; eine Möglichkeit, gegen die sich allerdings Prof. Fischer, Vorsitzender des Impfstrategie-Orientierungsrats, ausspricht. “Die Risikoanalyse zeigt, dass der Vorteil der Impfung durch den AstraZeneca-Impfstoff für Menschen unter 55 Jahren nicht offensichtlich ist, während er für ältere Menschen massiv ist”, erklärte Alain Fischer am Freitag. Die endgültige Entscheidung darüber liegt bei Gesundheitsminister Olivier Véran.

Neuer Impfrekord in 24 Stunden
Gestern zeigte sich die Regierung optimistisch in Bezug auf die Impfkampagne und dadurch “einen nachhaltigen Ausweg aus der Gesundheitskrise”, so Jean Castex, der in Le Parisien die Regeln für eine Rückkehr zu einem normaleren Leben ab dem 19. Mai detailliert darlegte. Und das, obwohl der Wissenschaftliche Rat gewarnt hat: In seiner jüngsten Stellungnahme mahnt der Rat, dass “die kommenden Monate sehr unsicher sein werden”, wenn die Inzidenzrate weiterhin hoch bleibt, und setzt die zu erreichende Anzahl unter die Grenze von 10.000 neuen Fällen pro Tag.

“Wir haben das Recht, heute optimistisch zu sein […], weil wir sehen, dass die Bemühungen der Franzosen Früchte tragen”, versicherte jedoch Regierungssprecher Gabriel Attal gestern.

Auch an diesem Dienstag hat Premierminister Jean Castex die Bevölkerung erneut ermahnt, sich impfen zu lassen, auch mit AstraZeneca. “Ich kann nur wiederholen, dass es notwendig ist, sich auch mit diesem Impfstoff impfen zu lassen, wie ich es übrigens selbst getan habe.” Am Dienstag Abend wurde mit 657.300 Injektionen innerhalb von 24 Stunden ein neuer Impfrekord aufgestellt, womit die Zahl der Erstimpfungen auf 18.505.785 gestiegen ist.

Es fehlen also nur noch 495.000 Impfungen, um das Ziel von 20 Millionen mindesten einmal geimpften Menschen zu erreichen.

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