Impfung gegen Covid-19: Warum wird in Frankreich im März alles schneller gehen?

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Mit Hilfe des AstraZeneca-Impfstoffs soll sich die Impfkampagne in Frankreich ab März deutlich beschleunigen.

Frankreich hat die Impfung für Menschen im Alter von 65 bis 74 Jahren geöffnet: Das Land will im März das Tempo beschleunigen und die Marke von 11 Millionen verabreichten Impfungen überschreiten. Der Impfstoff von AstraZeneca soll eine treibende Kraft bei der Beschleunigung der Impfkampagne sein.

Injektionen sind nun auch für Personen im Alter von 65 bis 74 Jahren mit Vorerkrankungen möglich, und der Impfstoff von AstraZeneca wird nun ausnahmslos für alle Bevölkerungsgruppen empfohlen: Die französischen Gesundheitsbehörden haben beschlossen, die Impfungen im Lande weiter zu beschleunigen, und stützen sich dabei auf den englischen Impfstoff, der es jetzt nur noch schaffen muss, sein Image aufzupolieren. Hilfreich dafür ist eine am 22. Februar veröffentlichte Studie der Universität Edinburgh, die besagt, dass der Impfstoff bei Menschen über 65 Jahren wirksamer wäre “als bisher angenommen”, so Gesundheitsminister Olivier Véran.

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Der Bedarf ist groß, weil Frankreich auf dem Niveau der Impfung im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn noch recht blass aussieht. Bis zum 28. Februar wurden in Frankreich etwa 4,5 Millionen Injektionen durchgeführt, während in Großbritannien bereits mehr als 21 Millionen Dosen verabreicht wurden. Deutschland hat seinerseits bereits mehr als 6 Millionen Injektionen verabreicht.

Frankreich geht daher mit einem besonders ehrgeizigen Ziel vor Augen in den Monat März: die 11-Millionen-Dosis-Marke. Das würde bedeuten, dass innerhalb von viereinhalb Wochen mehr als 6,5 Millionen Injektionen im Land durchgeführt werden müssen. Im Februar hat Frankreich nur halb so viele Injektionen geschafft.

Um seine Ziele zu erreichen, will das Gesundheitsministerium die Anzahl der Injektionen verdoppeln und unter anderem den Erstinjektionen, die im letzten Monat zugunsten der zweiten etwas vernachlässigt wurden, Priorität einräumen. Der März solle nicht wie der Februar werden, lässt das Gesundheitsministerium verlauten. Von fünf Dosen, die im März verabreicht werden, werden vier Erstinjektionen sein.

Impfstoff von AstraZeneca an vorderster Front
Das Herzstück der beschleunigten Impfstrategie à la française ist zweifelsohne AstraZeneca: Es ist der einzige Impfstoff, der derzeit außerhalb von Impfzentren verabreicht werden kann. Das von der Universität Oxford entwickelte Produkt ist jedoch Gegenstand einer “besonderen Situation”, in den Worten des Gesundheitsministeriums, das auf Probleme eines “Unterverbrauchs” des Impfstoffs hinweist. Bis heute sind nur etwa 24% der im Land vorrätigen Dosen verwendet worden. Im Vergleich dazu wurden inzwischen 82% der Impfstoffdosen von Pfizer-BioNTech verbraucht: “Es ist zwingend notwendig, dass der Impfstoff von AstraZeneca vollständig in die Immunisierungsstrategie des Landes integriert wird”, so das Gesundheitsministerium.

In der Praxis warnen die Ärzte aber vor voreiligen Schlüssen: Die Injektionen mit AstraZeneca-Dosen begannen doch erst letzte Woche auf breiter Ebene, als die Impfung durch Hausärzte autorisiert wurde.

Demnächst könnte Frankreich auch auf den von den Johnson & Johnson-Labors entwickelten Impfstoff setzen, der nur eine Injektion erfordert. Industrieministerin Agnès Pannier-Runacher sagte, dass dieser wahrscheinlich ab Ende des Monats in Frankreich vertrieben werden würde, vorbehaltlich der europäischen Genehmigung, die in der kommenden Woche erwartet wird.


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