Impfung gegen Covid-19: Zahlen zeigen eine rückläufige Impfrate in Frankreich

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In Frankreich ist in den letzten Tagen eine deutliche Verlangsamung der Impfkampagne zu beobachten. Genug, um die Regierung zu beunruhigen.

Stößt der Enthusiasmus um die Impfkampagne in Frankreich an eine Art gläserne Decke? “Habt Angst vor dem Virus, habt keine Angst vor dem Impfstoff”, mahnte Premierminister Jean Castex am Donnerstag, 24. Juni, während seiner Reise in die Region Landes und deutete damit an, dass die Franzosen in der Tat das Interesse an der Impfung zu verlieren scheinen.

Der Regierungschef weiß: Die aktuellen Zahlen in Frankreich sind nicht gut. In dieser Impfkampagne, die viele Rückschläge erlebt hat, zwischen Lieferverzögerungen und Polemiken über die Gefährlichkeit des AstraZeneca-Impfstoffs, zeigt sich heute das vielleicht grösste Problem: die Bereitschaft der Franzosen, sich impfen zu lassen. Die Exekutive fordert alle Bürger zur Impfung auf, um eine vierte Welle der Epidemie vor dem Hintergrund der aggressiven Delta-Variante so gut wie möglich zu verhindern. Die in Indien entdeckte Variante wütet heute in den Landes, und zwar so stark, dass die Inzidenzrate des Departements wieder alle Alarmschwellen überschritten hat (mehr als 70 Fälle auf 100 000 Einwohner).

Mehrere Indikatoren lassen keinen Zweifel an der nachlassenden Impfbegeisterung der Franzosen aufkommen. Die Zahlen sind eindeutig: Seit Anfang Mai nahm die Anzahl der Tage, die uns von einem hypothetischen Ziel von 100% geimpften Franzosen trennten, stetig ab, bis sie am 23. Mai ihren tiefsten Stand erreichte, der die Erreichung des Zieles zum 10. September 2021 prognostizierte. Aber seit einem Monat hört diese Zahl der Tage nicht auf, wieder zu steigen, bis zu dem Punkt, dass sich heute das hypothetische Datum einer vollständig geimpften französischen Bevölkerung auf den 12. November verschob…

Die durchschnittliche Anzahl der verabreichten Erstdosen erreichte ihren Höchststand um den 21. Mai. Seitdem ist es eine Abwärtsspirale. Von durchschnittlich etwas mehr als 400.000 täglichen Erstinjektionen im Mai sind wir einen Monat später bei etwa 240.000 angelangt.

Das ist weniger als Anfang Mai, als die Kampagne noch längst nicht auf die gesamte Bevölkerung ausgeweitet war, wie es seit Anfang Juni der Fall ist. “Wir haben die Impfdosen und die Organisation, wir dürfen diese Gelegenheit nicht verpassen”, mahnte am Dienstag das Ministerium für Gesundheit.


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