Impfung: Mehrere Bürgermeister beschließen eine Öffnung der Impfstrategie

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Gesundheitsminister Olivier Véran ist nicht einverstanden mit der Öffnung der Impfstrategie für jüngere Altersgruppen, die von einigen Bürgermeistern beschlossen wurde.

Während laut der Vitemadose-Website zur Zeit 280.000 Impftermine zur Verfügung stehen, werden unter den gewählten Vertretern Stimmen laut, die Impfungen auszuweiten.

Mit einer Öffnung der Impfstrategie muss eigentlich bis zum 15. Juni gewartet werden. Das verkündete Emmanuel Macron am Freitag, den 30. April, auf Twitter, in Übereinstimmung mit dem von der Regierung aufgestellten Zeitplan.

Eine Aussage, die zu einer Zeit kommt, in der seit einigen Tagen Stimmen von Bürgermeistern und Gesundheitsexperten erhoben werden, um die Impfung auch für Menschen zu öffnen, die derzeit nicht als vorrangig eingestuft werden. Einige Bürgermeister haben den Schritt bereits vollzogen, wie in Cannes, in den Alpes-Maritimes oder in Antibes.

Auf die Frage nach der Möglichkeit von Sanktionen gegen Stadtverwaltungen, die sich nicht an die nationale Impfstrategie halten, antwortete Olivier Véran am Freitagmorgen auf France Info, dass “[er] die Leiter von Impfzentren oder Bürgermeister angerufen hat und immer noch anruft, um mit ihnen zu sprechen”.

Ein Beispiel für das Tauziehen zwischen örtlichen und regionalen Behörden: Pierre Castel, der Bürgermeister der 3.000-Einwohner-Stadt Quillan, wollte die Impfung “allen Einwohnern der Stadt mit vorheriger Anmeldung” zugänglich machen. Aber die regionale Gesundheitsbehörde ARS und die Präfektur präzisierten, dass “der Betrieb des Impfzentrums von Quillan nicht vom Rathaus von Quillan abhängt, sondern vom Krankenhauszentrum von Limoux”.

In der Zeitung L’Indépendant reagierte Bürgermeister Pierre Castel am Donnerstagabend: “Es ist wahr, dass das Zentrum nicht von uns abhängt. Aber wir registrieren die Menschen. Auf diese Weise wird geimpft, wenn noch Dosen verfügbar sind. Wir werden keine Dosen wegen administrativer Probleme verschwenden…”

Sollte sich Quillan als Fehlstart für eine Ausweitung der Impfkampagne erweisen, so haben anderswo in Frankreich Städte die Impfung bereits seit einigen Wochen für nicht-impfberechtigte Personen geöffnet. In Cannes, im Departement Alpes-Maritimes, hatte der Bürgermeister David Linard, am 25. März entschieden, dass sich nun auch Menschen über 50 Jahren impfen lassen können, während der nationale Kalender die Ausweitung der Kampagne auf Menschen ab 50 Jahren erst ab Mitte Mai vorsieht.

Der Bürgermeister von Cannes war vom Gesundheitsminister Olivier Véran daraufhin zur Ordnung gerufen worden, der sagte, er sei “sicher (…), dass wir in Cannes Menschen im Alter von 85, 90 Jahren finden, die noch nicht geimpft sind wie anderswo in Frankreich und die nicht verstehen werden, dass Menschen über 50 Jahre bei sehr guter Gesundheit einen Termin haben können.”

In einer Pressemitteilung antwortete der Bürgermeister, er wolle “dazu beitragen, diesen Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen”. Er fügte hinzu: “Wir werden uns nicht bremsen lassen.”

Reaktion auf die Anordnung des Präsidenten

David Lisnard sagte, er sehe nicht, was man ihm vorwerfen könne, abgesehen davon, dass er auf die “Anweisung des Präsidenten der Republik reagiere, der darauf bestehe, dass wir morgens, mittags und abends” impfen müssen.

Dasselbe gilt für seinen Nachbarn aus Antibes, Jean Leonetti, der am 26. März auf France Bleu verkündete, dass auch er diese Strategie der Öffnung verfolgt. Der Bürgermeister von Antibes führte das Argument der Verjüngung der Patienten in den Intensivstationen an, sowie die Verjüngung bei der Sterblichkeitsrate.

Er betonte einen Widerspruch in dem Verhalten des Gesundheitsministers, “morgens, mittags und abends, Samstag und Sonntag, massiv zu impfen, was wir in Cannes machen und was wir in Antibes machen, und dann auf die Bremse zu treten, weil ich, der Minister, derjenige bin, der den Ton angibt”.

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