Im Département Gard, bekannt für seine handwerklichen Bäckereien, herrscht eine unerwartete Krise – der Mangel an qualifiziertem Personal. Dies beeinträchtigt nicht nur den Service, sondern bringt einige Betriebe in ernsthafte Schwierigkeiten. Von den insgesamt 280 Bäckereien in der Region haben rund 50 große Probleme, neue Mitarbeiter zu finden.
Geschlossene Türen trotz Nachfrage
Ein besonders gravierendes Beispiel bietet die Bäckerei Garcia de Castanet in Nîmes. Trotz starker Kundennachfrage musste die Filiale ihre Öffnungszeiten reduzieren. Seit Juni ist sie gezwungen, einen zusätzlichen Tag pro Woche zu schließen, da es schlichtweg an Personal mangelt. In den drei Filialen des Unternehmens fehlen insgesamt zehn Mitarbeiter – Bewerbungen? Fehlanzeige.
Alle Hände voll zu tun
Auch Frédéric Alle, der einige Kilometer entfernt die Bäckerei „Alle Nîmes“ betreibt, kämpft mit denselben Problemen. Zwar hat er zwei Auszubildende, doch die Suche nach einem zusätzlichen Festangestellten bleibt erfolglos. Die Konsequenz: Er muss alles selbst machen – von der Buchhaltung bis zur Backstube. „Es ist unmöglich, alle Bestellungen zu erfüllen“, gesteht Alle. Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder: Sein Umsatz ist bereits um 15 Prozent gesunken.
Ein regionales Problem?
Das Problem beschränkt sich nicht nur auf Einzelfälle. Insgesamt melden etwa 50 der 280 handwerklichen Bäckereien im Gard Schwierigkeiten bei der Rekrutierung neuer Arbeitskräfte. Fachkräftemangel im Bäckereihandwerk – das klingt zunächst überraschend, ist aber in ganz Frankreich spürbar. Besonders junge Menschen ziehen Berufe mit besseren Arbeitszeiten und Bedingungen oft vor.
Die Frage bleibt: Wie können handwerkliche Bäckereien in dieser schwierigen Lage überleben?
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