Tag & Nacht

Nach enttäuschenden Ergebnissen bei den Parlamentswahlen zeigt sich Marine Le Pen kämpferisch. Obwohl das Rassemblement National (RN) nur den dritten Platz errang, spricht sie von einem „verzögerten Sieg“. Was bedeutet dies für die Zukunft des RN und die politische Landschaft Frankreichs?

Die Ergebnisse im Überblick

Der RN konnte seinen Stimmenanteil verdoppeln und erreichte 143 Sitze im Parlament – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 89 Sitzen von 2022. Trotzdem lag er hinter dem Nouveau Front populaire (182 Sitze) und dem Macron-Lager (168 Sitze). Umfragen vor dem ersten Wahlgang hatten dem RN sogar eine absolute Mehrheit vorausgesagt.

Marine Le Pen: „Der Sieg ist nur aufgeschoben“

Marine Le Pen bleibt trotz der Niederlage optimistisch. „Die Flut steigt. Sie ist diesmal nicht hoch genug gestiegen, aber sie steigt weiter und deshalb ist unser Sieg nur aufgeschoben“, erklärte sie. Für Le Pen ist der deutliche Zuwachs an Abgeordneten ein Zeichen, dass der RN auf dem richtigen Weg ist.

Ein unaufhaltsamer Aufstieg?

Die Stimmung bei der Wahlparty des RN in Paris war geprägt von Zuversicht. Studenten und junge Anhänger des RN sprechen von einer unaufhaltsamen Bewegung. „Unser Wählerschaft wächst. Der Sieg kommt beim nächsten Mal“, sagte Ludon, ein Geschichtsstudent, gegenüber France 24.

„Allianz des Unheils“

Jordan Bardella, Präsident des RN, sprach von einer „Allianz des Unheils“, die den Franzosen eine „Politik der Erholung“ verwehrt habe. Marine Le Pen kritisierte die taktischen Absprachen und Rückzüge zwischen dem linken und dem Macron-Lager, die den RN von einer absoluten Mehrheit abgehalten hätten.

Die Meinung der Basis

Auch an der Basis des RN herrscht Frust über die „künstliche Koalition“, die sich gebildet habe, um den RN zu blockieren. Cecilia Djennad, eine 32-jährige RN-Anhängerin, sieht das so: „Man verteufelt den RN seit Jahren. Die extreme Linke spielt mit der Angst. Ich werde nicht aufgeben.“

Eine unregierbare Nationalversammlung?

Bardella und andere RN-Vertreter warnen vor einer unregierbaren Nationalversammlung. Sie argumentieren, dass die knappe Verteilung der Sitze auf die drei politischen Blöcke zu einer „Lähmung“ der Institutionen führen werde. Louis Aliot, Vizepräsident des RN, prognostiziert sogar Neuwahlen innerhalb eines Jahres.

Was bedeutet das für Frankreich?

Die aktuelle politische Lage in Frankreich ist angespannt. Emmanuel Macron steht vor der Herausforderung, mit einer fragmentierten Nationalversammlung eine neue Regierung zu bilden und zu regieren. Marine Le Pen und ihr RN bleiben trotz des Rückschlags entschlossen und blicken bereits auf die nächsten Wahlen.

Fazit: Ein verzögerter Sieg

Obwohl der RN bei den jüngsten Wahlen nicht den erhofften Durchbruch erzielte, zeigen die Aussagen und die Stimmung im Lager von Marine Le Pen, dass sie den Kampf um die politische Zukunft Frankreichs noch lange nicht aufgegeben haben. Der „verzögerte Sieg“ sei nur eine Frage der Zeit…


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