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Das französische Statistikamt Insee veröffentlichte am Donnerstag eine Studie über den Anteil der Menschen in Frankreich, die von materieller und sozialer Entbehrung betroffen sind. Der Anteil der in Armut lebenden Bevölkerung ist seit der Einführung der entsprechenden Untersuchungen im Jahr 2013 noch nie so hoch gewesen.

Am Donnerstag veröffentlicht das Statistikamt Insee eine Studie über den Anteil der Menschen, die in materieller und sozialer Armut leben. Im Jahr 2022 sind fast 14 % der in Frankreich lebenden Menschen davon betroffen. Das ist der höchsten Stand seit 2013, als die erste Untersuchung durchgeführt wurde.


Das Insee ermittelt Personen, die nicht in der Lage sind, die Ausgaben für mindestens fünf von dreizehn Elementen des täglichen Lebens zu decken, darunter auch ausreichend zu heizen, sich neue Kleidung zu kaufen oder sich eine Woche Urlaub im Jahr zu leisten. Im Jahr 2021 erreichte der Indikator seinen niedrigsten Stand, was auf die im Laufe des Jahres 2020 eingeführten Einschränkungen und Lockdowns zurückzuführen war, die „die Lebens- und Konsumgewohnheiten der Bevölkerung […] beeinflusst und dadurch die Ausgaben der Haushalte entlastet“ hatten, doch seitdem hat sich der Trend spürbar umgekehrt.

Schwierigkeiten beim Heizen der Wohnung nehmen stark zu.
Zwischen 2014 und 2021 lebten 5-7 % der Franzosen in einem Haushalt, der nicht über die finanziellen Mittel verfügte, um die Wohnung angemessen zu heizen. Diese Zahl stieg dem Bericht zufolge auf 10 %. Dieser Anstieg ist sicherlich auf den deutlichen Anstieg der Energiepreise im letzten Winter zurückzuführen, „und insbesondere auf den Anstieg der Preise für Heizöl, einem Heizstoff, den gefährdete Haushalte stärker als andere nutzen“, so das Insee.

Alleinerziehende und kinderreiche Familien stärker gefährdet
Alleinerziehende und kinderreiche Familien sind insgesamt stärker dem Risiko einer materiellen Armut ausgesetzt. In dem Bericht heißt es: Im vergangenen Jahr waren „drei von zehn allein erziehende Eltern mit einem Kind, von materieller und sozialer Armut betroffen, bei drei oder mehr Kindern waren es zwei von zehn“.

Stärker betroffen sind auch die Bewohner von ländlichen und städtischen Gemeinden mit mittlerer Dichte. In diesen Wohngebieten sind die Energieausgaben höher und „die Häufigkeit von Situationen materieller und sozialer Entbehrung nimmt im Vergleich zu 2020 deutlich zu.“ Umgekehrt ist in den großen städtischen Zentren der Trend seit 2020 rückläufig.


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