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Sarthe: Wie eine Kleinstadt ihre Schulden halbierte – Ein Modell für Sparsamkeit

Die Gemeinde La Ferté-Bernard in der Sarthe hat es geschafft, ihre Schuldenlast von 15 Millionen Euro innerhalb von sieben Jahren zu halbieren. Dabei blieb eine Maßnahme unberührt: die Erhöhung der lokalen Steuern. Stattdessen setzte die Kleinstadt auf rigoroses Sparen und kreative Lösungen, die nicht nur den Haushalt entlasteten, sondern auch der lokalen Wirtschaft zugutekamen. Der…

La Ferté-Bernard (Wikipedia)

Die Gemeinde La Ferté-Bernard in der Sarthe hat es geschafft, ihre Schuldenlast von 15 Millionen Euro innerhalb von sieben Jahren zu halbieren. Dabei blieb eine Maßnahme unberührt: die Erhöhung der lokalen Steuern. Stattdessen setzte die Kleinstadt auf rigoroses Sparen und kreative Lösungen, die nicht nur den Haushalt entlasteten, sondern auch der lokalen Wirtschaft zugutekamen.

Der Ausgangspunkt: Eine stark verschuldete Stadt

Im Jahr 2017 befand sich La Ferté-Bernard in einer finanziell angespannten Lage. Mit einer Schuldenlast von 15 Millionen Euro war die Handlungsfreiheit der Stadt stark eingeschränkt. Doch anstatt die Steuerlast der Bürger zu erhöhen, entschied sich die Stadtverwaltung für einen unkonventionellen Ansatz: Sparen, Umschichten und strategische Verkäufe.

Immobilienverkäufe: Einnahmen schaffen durch kluge Entscheidungen

Ein erster Schritt bestand im Verkauf von städtischen Immobilien, die keinen strategischen Nutzen mehr hatten. So wurde beispielsweise der kommunale Campingplatz für 120.000 Euro an ein Privatpaar verkauft. Diese Entscheidung hatte doppelte Wirkung: Zum einen brachte der Verkauf dringend benötigte Einnahmen, zum anderen belebt der privat betriebene Campingplatz nun den lokalen Tourismus. „Unsere Einzelhändler profitieren von neuen Kunden, und die Geschäfte in der Innenstadt laufen besser“, erklärt Bürgermeister Didier Reveau.

Energie sparen: Weniger Licht, mehr Einsparungen

Ein weiterer Punkt auf der Sparagenda war die Reduzierung des Energieverbrauchs. In bestimmten Stadtvierteln wurde die öffentliche Beleuchtung eingeschränkt, was jährlich Einsparungen von 60.000 Euro einbrachte. Dieser Schritt stieß zunächst auf Skepsis, wird mittlerweile aber als pragmatische und umweltfreundliche Maßnahme akzeptiert.

Politiker verzichten: Vorbildfunktion der Stadtverwaltung

Eine Maßnahme, die in vielen Gemeinden selten ist, trug ebenfalls zum Erfolg bei: Die Lokalpolitiker von La Ferté-Bernard beschlossen, ihre eigenen Bezüge um 30 % zu kürzen. Dadurch sparte die Stadt jährlich weitere 30.000 Euro. Dieser symbolische Akt unterstrich den Willen der Verantwortlichen, selbst einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu leisten.

Erfolg ohne Steuererhöhung

Besonders bemerkenswert ist, dass La Ferté-Bernard all diese Einsparungen ohne eine Erhöhung der lokalen Steuern realisierte. Dies ist eine Seltenheit in der französischen Kommunalpolitik, wo Steuererhöhungen oft als schnellste Lösung für finanzielle Engpässe gesehen werden. Stattdessen verfolgte die Stadtverwaltung einen disziplinierten Ansatz, der langfristig tragfähige Ergebnisse lieferte.

Ein Modell für andere Gemeinden?

Der Erfolg von La Ferté-Bernard wirft die Frage auf, ob diese Herangehensweise ein Vorbild für andere verschuldete Gemeinden sein kann. Sicherlich erfordert ein solcher Plan politische Entschlossenheit, klare Kommunikation mit den Bürgern und die Bereitschaft, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Doch die Ergebnisse sprechen für sich: Eine Schuldenreduktion von 50 % in sieben Jahren ist eine beachtliche Leistung.

Fazit: Mut und Kreativität zahlen sich aus

La Ferté-Bernard zeigt, dass finanzielle Schwierigkeiten nicht zwangsläufig zu höheren Belastungen für die Bürger führen müssen. Mit Kreativität, Sparsamkeit und einer guten Portion Pragmatismus hat die Stadt bewiesen, dass Schuldenabbau auch ohne Steuererhöhungen möglich ist. Der Erfolg gibt der Gemeinde nicht nur finanziellen Spielraum zurück, sondern stärkt auch das Vertrauen der Bürger in ihre Lokalpolitik. Vielleicht ist es genau dieser Ansatz, der in Zeiten knapper öffentlicher Kassen Schule machen sollte.

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