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Das Meer knabbert immer mehr die französischen Küsten an. Welche Zukunft haben Häuser in den bedrohten Gebieten?

Im Baskenland bedroht die Küstenerosion kurzfristig 530 Wohnhäuser und 40 Geschäfte. Und das ist kein Einzelfall: In Frankreich gibt es keine Küstenregion, die von diesem Phänomen verschont bleibt. Zu nennen sind die Bretagne, die Normandie und die Region Hauts-de-France. Das alles ist das Ergebnis menschlicher Aktivitäten und der Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere des Anstiegs des Meeresspiegels.

Um notwendige Massnahmen in den betroffenen Gebiete zu ermöglichen, sieht das Gesetz „Klima und Resilienz“ neue Regelungen für Wohnhäuser vor. Wenn Sie Eigentümer oder Mieter an der Küste sind, könnte sich für Sie in Zukunft einiges ändern. Zunächst sollten Sie nachschauen, ob Sie in einer der 126 Gemeinden auf der Liste leben, die im Dekret vom 29. April 2022 veröffentlicht wurde. Die betroffenen Gemeinden haben jetzt vier Jahre Zeit, um eine Kartierung des Rückgangs der Küstenlinie zu erstellen.

Wozu wird diese Kartografie dienen?
Sie wird Aufschluss darüber geben, welche Gebiete in welchem Zeitraum von Erosion bedroht sind. In den Gebieten, die in den nächsten 30 Jahren gefährdet sind, darf nicht mehr gebaut werden. Wenn Sie in einem Gebiet bauen möchten, das in 30 bis 100 Jahren gefährdet sein könnte, müssen Sie die für einen Abriss des Gebäudes erforderliche Summe bei der Caisse des dépôts hinterlegen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Gebietskörperschaften und der Staat ein Vorkaufs- und Enteignungsrecht haben werden. Es ist jedoch fraglich, ob sie die finanziellen Mittel werden aufbringen können, um dieses Recht auszuüben. In einigen der betroffenen Gebiete sind die Immobilien manchmal mehrere Millionen Euro wert… Zwar sieht das Gesetz eine Neubewertung der Immobilien für den Erwerb durch die öffentliche Hand vor, aber es wurde keine Formel für die Berechnung angegeben. Und die Frage der Umsiedlung von enteigneten Personen wird auch nicht behandelt.

Für Mieter wird mit der Verordnung ein realer Anpassungsmietvertrag eingeführt, der eine vorzeitige Kündigung ermöglicht, wenn eine Gefahr durch Erosion unmittelbar bevorsteht. Im Moment geht es dem Staat jedoch darum, die wirtschaftlichen Aktivitäten in den bedrohten Gebieten aufrechtzuerhalten.

Währenddessen schreitet das Meer weiter voran.


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