Verlangsamung der Covid-19-Impfkampagne: Was die Regierung tun könnte

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Angesichts des immer deutlicher werdenden Desinteresses der Franzosen an der Impfung erwägt die Regierung mehrere Maßnahmen, die dazu beitragen könnten, die Impfkampagne wiederzubeleben. Dieser Sommer kann im Kampf gegen die Epidemie entscheidend werden.

Was kann der Staat noch tun, um die Franzosen dazu zu bringen, wieder die Impfzentren des Landes zu füllen? Das ist die große Frage, die sich die Mitglieder der Regierung seit einigen Tagen stellen.

Die Impfung wurde früher als geplant auf alle ausgeweitet. Der Abstand der Termine für die zweite Dosis wurde auf die Sommerferien angepasst und entsprechend gelockert. Aber was tun, wenn trotz aller gut funktionierender Logistik keiner mehr kommt, um sich impfen zu lassen?

Wenn man mit Reden alle Probleme lösen könnte, wäre es sicherlich einfacher. Das ist aber leider nicht der Fall, die Kommunikation kann immer weniger menschen davon überzeugen, dass man sich weiterhin unbedingt impfen lassen sollte. Die Regierung weiß das und wird nicht müde, darauf hinzuweisen, was eigentlich selbstverständlich sein müsste: Damit der Kampf gegen Covid siegreich ist, muss ein überwiegender teil der Bevölkerung einen ausreichenden Immunschutz erlangen.

“Keiner ist vollständig geschützt, solange nicht alle geimpft sind. Lassen Sie uns zusammenstehen. Seien wir verantwortungsbewusst!”, so mahnte Präsident Emmanuel Macron erneut in den sozialen Netzwerken, einen Tag nach der Reise von Jean Castex und Olivier Véran nach Mont-de-Marsan, wo die Delta-Variante für verstärkte Unruhe sorgt. “Bleiben Sie wachsam, denn die Delta-Variante breitet sich aus. Ich rufe unsere Mitbürger, die noch nicht geimpft sind, dazu auf, einen Termin auf sante.fr zu vereinbaren”, erinnerte das Staatsoberhaupt bei dieser Gelegenheit nochmals in den sozialen Netzwerken.

Die Regierung plant neue Initiativen, um zur Impfung zu ermutigen, wie z. B. die Ausweitung der Informations- und Nachrichtenkampagnen, die an die Versicherten des Gesundheitssystems mit Vorerkrankungen sowie an die Begünstigten der “Zusatzkrankenversicherungen” gesendet werden.

Einige regionale Gesundheitsämter (ARS) werden mit “Sonderaktionen” in “sehr stark frequentierten Gebieten” experimentieren, während einige Departements wie die Haute-Garonne am Donnerstag ankündigten, die Impfzentren ohne Termin für alle zu öffnen.

Insgesamt noch unausgegoren, wird nun von Seiten der Exekutive die Möglichkeit einer Impfpflicht für einen bestimmten Teil der Bevölkerung geprüft. Insbesondere wird eine solche Impfpflicht auf das Pflegepersonal der Alters- und Pflegeheime, das heute nur zu 42% geimpft ist, abzielen. “Es ist zwingend erforderlich, dass die Mitarbeiter von Altersheimen bis Ende August alle geimpft sind. Es ist auf jeden Fall notwendig, dort mehr zu tun”, forderte Jean Castex in Mont-de-Marsan. Wenn sich an dieser Stelle nichts tue, könnte sich die Regierung “dazu veranlasst sehen, eine Pflichtimpfung vorzuschlagen (…), wahrscheinlich im September”, bekräftigte Gesundheitsminister Olivier Véran.

Aber die wichtigsten Druckmittel bleiben die, die durch die Zirkulation des Virus erforderlich werden. Denn im Rahmen der aktuellen Gesundheitskrise hat die Regierung jederzeit die Möglichkeit, nochmals individuelle Freiheiten einzuschränken – bis hin zu erneuten regionalen Lockdowns, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Solche Maßnahmen bleiben bei weitem das schmerzhafteste Druckmittel, das wieder mehr Menschen zur Impfung in die Arztpraxen oder Impfzentren treiben könnte.


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