Wie geht es weiter? Wohin steuern wir?

196
Foto Gerd Altmann

Das Entsetzen über die Flutkatastrophe, die den Westen und Südwesten Deutschlands heimgesucht hat, ist groß. Wie konnte es zu einer solchen Sintflut kommen? Und sind diese Regenmassen und ihre furchtbaren Folgen eine Ausnahmeerscheinung? Was erwartet uns in Zukunft? Womit müssen wir rechnen?

Sprachlos mussten wir erst vor wenigen Wochen von extremer Hitzewelle und Temperaturrekorden im Westen der USA und Kanadas erfahren. Die viel zu große Hitze verursachte Todesfälle. Enorme Schäden sind entstanden. – Kurz darauf gab es auch in Spanien – in Europa! – eine heftige Hitzewelle. Wird sie bis zu uns kommen? Und was erwartet uns noch alles? Was können wir tun? Können wir überhaupt etwas tun?

Was wir als erstes tun sollten, ist, uns zu informieren. Wir müssen verstehen, warum und wie es zu solchen extremen Phänomenen kommt. Nur so können wir Lösungen finden und gegensteuern.

Falls du dich jetzt fragst: „Wer? Ich?”, antworte ich dir: Ja, du! Du sollst kein(e) Klimaexpert*in werden, aber alle sollten wir herausfinden, wie die Gegend beschaffen ist, in der wir wohnen. Welchen Wettereinflüssen ist sie ausgesetzt? Welche Gefahren birgt sie? Welchen Schutz habe ich? Kann ich mir (mehr) Sicherheiten schaffen? Dafür braucht es eben eine gewisse Kenntnis von Geografie, Wetter, dem Zusammenspiel und den Wechselwirkungen. Selbst unser Lebensstil und seine Auswirkungen spielen eine Rolle.

Damit bist auch du ganz persönlich betroffen, wenn es z. B. um die Urlaubsreise geht: mit Auto, Flugzeug oder Bahn? Welche Distanz ist ökologisch zu vertreten? Und welches neue Auto? Besser ein Elektrofahrzeug – Verbrennungsmotoren sind ebenso wie das Übermaß an Plastik (-tüten, -flaschen, -verpackung von Biogemüse (!), …) ökologisch nicht mehr tragbar.

Wir können längst nicht alles wissen und voraussehen, und wir können sicher nicht allen Katastrophen entgehen. Eine Garantie werden wir dafür nie haben. Aber wir müssen alles tun, was wir können, um die Schäden, so gut es geht, zu begrenzen.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass in Frankreich der écocide (Ökozid, gemeint sind z. B. gravierende Verschmutzung eines Flusses oder der Luft) inzwischen ein Straftatbestand ist. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 4,5 Millionen Euro und Gefängnisstrafen von bis zu 10 Jahren. Damit trägt der Staat dem Ernst der Lage Rechnung.

Du kannst dir für dich überlegen, wo du deinen eigenen (kleinen) Beitrag leisten möchtest. Eine gute Sache ist, seine Mitmenschen (Familie, Freunde, Arbeitskollegen, …) für solche Fragen zu sensibilisieren. Jede Geste zählt, auch eine kleine.

Wir haben nur diesen einen Planeten, auf dem wir alle leben. Ohne in Panik zu verfallen, müssen wir aufwachen und umdenken. Auch wenn es schwerfällt. Noch können wir die Erde retten. Das sind wir unseren Kindern und Nachfolgegenerationen schuldig!

Deine Elisa

P.S.: Seit Sonntag bringt nachrichten.fr eine Serie über den Klimawandel. Es wird zwei Artikel pro Woche geben, die den Leser*innen Hintergründe des Wandels näherbringen und nach und nach größere Zusammenhänge klären, z. B. den zwischen der Plastikverpackung meiner Biozucchini, dem Fleischkonsum in meiner Familie, der Ausbeutung der Ressourcen unserer Erde und den Auswirkungen auf die gesamte Natur und auf das Klima.


Du möchtest immer die neuesten Nachrichten aus Frankreich?
Abonniere doch unseren Newsletter!





Ein exklusives Angebot für unsere Leser.
Weil du es uns wert bist!

Tipp der Redaktion