Die Waldbrandsaison hat in Südfrankreich früher und heftiger begonnen als vielen lieb ist. Am Donnerstag, dem 28. Mai 2026, brach zwischen den Gemeinden Trouillas und Villemolaque südlich von Perpignan ein Feuer aus, das sich innerhalb kurzer Zeit zu einem größeren Einsatz für die Rettungskräfte entwickelte.
Gegen 16.15 Uhr gingen die ersten Notrufe ein. Die Flammen erfassten Vegetation in der Nähe der Autobahn A9 und breiteten sich unter den bestehenden Wetterbedingungen rasch aus. Hohe Temperaturen von rund 37 Grad, eine außergewöhnlich trockene Luft und spürbarer Wind lieferten dem Feuer genau jene Zutaten, die Einsatzkräfte besonders fürchten.
Binnen kurzer Zeit stiegen Rauchschwaden über der Landschaft auf. Straßen mussten gesperrt werden, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten und den Feuerwehrfahrzeugen freie Zufahrt zu ermöglichen. Auch ein Hundezwinger in der betroffenen Zone wurde vorsorglich evakuiert. Für die Betreiber und Tierhalter bedeuteten die Minuten nach dem Ausbruch des Feuers eine nervenaufreibende Bewährungsprobe.
Mehr als 100 Feuerwehrleute rückten aus, um die Flammen einzudämmen. Unterstützt von zahlreichen Einsatzfahrzeugen kämpften sie gegen ein Feuer, das sich durch den Wind immer wieder neue Nahrung suchte. Augenzeugen beschrieben die Geschwindigkeit der Ausbreitung als erschreckend. Kaum war der erste Rauch sichtbar, griffen die Flammen bereits auf weitere Flächen über.
Am Abend gelang es den Einsatzkräften schließlich, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Damit konnte eine noch größere Ausbreitung verhindert werden. Dennoch gilt das Feuer als erster bedeutender Waldbrand des Jahres im Département Pyrénées-Orientales – und als deutliche Warnung für die kommenden Sommermonate.
Die Region leidet bereits seit mehreren Jahren unter außergewöhnlicher Trockenheit. Niederschlagsarme Winter und heiße Sommer haben viele Landschaften ausgedörrt. Besonders gefürchtet ist dabei die Tramontane, ein kräftiger Wind aus dem Nordwesten, der Brände innerhalb kürzester Zeit anfachen kann. Was zunächst wie ein kleiner Vegetationsbrand aussieht, entwickelt sich unter solchen Bedingungen oft zu einem gefährlichen Großfeuer.
Für die Bewohner der Region ist das längst keine abstrakte Gefahr mehr. Der aktuelle Brand zeigt, wie schnell sich die Lage verändern kann. Mit Blick auf die bevorstehenden Sommerwochen dürfte die Aufmerksamkeit für Waldbrandrisiken nun noch einmal deutlich steigen.
Von C. Hatty
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